01.10.2009 | Redakteur: Christoph Baeuchle
Eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger sorgte vor einigen Wochen für Wirbel in der Branche. Von Händlerinsolvenzen und dem drohenden Verlust von 90.000 Arbeitsplätzen in der Automobilbranche war die Rede. Ralf H. Landmann, Partner im Kompetenzzentrum Automotive bei Roland Berger Strategy Consultants, hat im Interview mit »kfz-betrieb ONLINE« einige Aussagen klar gestellt.
Herr Landmann, in Ihrer Studie „Sales Agenda 2009/2010“ schreiben Sie, dass die anhaltende Absatzkrise bis zu 50 Prozent der Händler in ihrer Überlebensfähigkeit bedroht. Das hat für viel Unmut in der Branche gesorgt.
Das kann ich verstehen. Für Unmut hat gesorgt, dass ein vermeintlicher direkter Zusammenhang zwischen dem Ende der Abwrackprämie, einem drohenden massiven Arbeitsplatzabbau und der drohenden Insolvenz von jedem zweiten Händler hergestellt wurde.
Es war doch nicht nur der Zusammenhang, sondern auch die einzelnen Aussagen.
Um erneut klarzustellen, was wir immer gesagt haben: Wir gehen davon aus, dass im Zeitraum von 2008 bis 2011 akut zehn Prozent der Händler von Insolvenz bedroht sind. Diese Zahlen und die zugrundeliegenden Überlegungen haben wir bereits im Dezember letzten Jahres veröffentlicht. Darauf verweisen wir auch in unserer aktuellen „Sales Agenda 2009/2010“.
In der Zusammenfassung Ihrer Studie lesen sich die 50 Prozent aber anders.
Ich kann nur noch einmal darauf verweisen, was wir tatsächlich geschrieben und veröffentlicht haben. Viele Händler sind tatsächlich in einer schwierigen Situation, das wird niemand ernsthaft bestreiten. Auch die Entwicklungen der letzten Monate zeigen, dass wir mit dieser Prognose im Grundsatz leider richtig liegen. Es ist aber falsch, zu behaupten, dass nach Auslaufen der Abwrackprämie 90.000 Arbeitslose und 50 Prozent Händlerinsolvenzen drohen. Das wurde nur von vielen Medien ohne Prüfung so weiterverbreitet.
Wenn Sie die Studie Mitte August veröffentlichen, kann man sich doch denken, dass solche Aussagen mit dem Ende der Abwrackprämie in Zusammenhang gebracht werden.
Den genauen Zeitpunkt des Auslaufens der Umweltprämie kannte doch niemand. Zu unterstellen, dass wir die Veröffentlichung der Studie zeitlich auf das Auslaufen der Abwrackprämie abgestimmt hätten, ist absurd.
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