03.02.2010 | Redakteur: Andreas Grimm

Der Volkswagen-Konzern will auf seinem Weg an die weltweite Branchenspitze die Profitabilität verbessern und auf einen Ausbau der Modellfamilen setzen. Dazu bekräftigten Konzern-Chef Martin Winterkorn und Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch vor Investoren in London das Ziel, größter Autobauer der Welt zu werden.
Um die Profitabilität zu verbessern, setzt der Konzern auf Kostensenkungen, insbesondere durch eine verstärkte Nutzung des Baukastenprinzips. Nach der Einführung des sogenannten „Modularen Längsbaukastens“ (MLB) bei Audi solle nun der „Modulare Querbaukasten“ (MQB) bei den Klein- und Mittelklassewagen folgen. Das Unternehmen verspricht sich davon eine Senkung der Stückkosten um 20 Prozent sowie eine 30-prozentige Einsparung bei den Entwicklungsaufwendungen.
Mittelfristig sollen auf dem MLB über 15 Modelle basieren, auf dem MQB sogar über 30 Modelle. Vorreiter wird dabei der neue Audi A3 sein, der 2012 auf dem markt kommt. Dazu werde eine neue Kleinwagenfamilie um den „Up!“ kommen, die bereits 2011 startet und 2013 um E-Modelle ergänzt werden soll, kündigte Winterkorn an.
Im Krisenjahr 2009 hatte sich der Konzern bereits finanziell gut geschlagen. Die Gewinnmarge des Konzerns erreichte in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahrs 2009 noch 1,6 Prozent. Besser schlug sich nur der Hyundai-Konzern mit 7,0 Prozent. Der derzeit größte Autohersteller der Welt, Toyota, rutschte mit -8,4 Prozent dagegen tief ab (Zum Vergleich: Fiat: +1,3 Prozent; Ford -4,4 Prozent, Peugeot -4,4 Prozent, Renault -5,7 Prozent). Mittelfristig strebe der Konzern laut Winterkorn ein Ebit von 5 Prozent an.
Volkswagen sieht sich angesichts dieser Zahlen in einer guten Position, bis 2018 der weltweit führende Automobilhersteller zu werden und dabei wirtschaftlich erfolgreich sein. „Unsere Planung enthält nur Ziele, die wir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit erreichen können“, unterstrich Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch.
Besonders im Visier hat der Konzern die überdurchschnittlich wachstumsstarken Schwellenländer. Für die USA bekräftigte das Management sein Wachstumsziel, wonach dort der Absatz von zuletzt 298.000 Fahrzeuge auf eine Million Stück im Jahr 2018 steigen soll. In China, schon jetzt der größte Markt für den Konzern, sollen die Auslieferungen mittelfristig von 1,4 Millionen Fahrzeugen im vergangenen Jahr auf zwei Millionen Einheiten steigen. Weltweit will der Konzern seine Verkäufe bis 2018 auf über zehn Millionen Fahrzeuge erhöhen. 2009 waren es noch 6,29 Millionen Wagen.
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