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08. Feb 10
Toyota-Rückruf schlägt auf Handel durch
Hersteller beschließt Prius-Rückfruf wegen Bremsenproblemen
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Mit einem vorübergehenden Nachfrageschwund in dieser Größenordnung rechnet auch Burkard Weller, Präsident des Toyota-Händlerverbands. Seinen bisherigen Eindrücken zufolge reagieren die Bestandskunden allerdings ruhig und zurückhaltend. „Sie sind aufgrund der bisher nahezu makellosen Toyota-Qualität sehr gelassen“, so Weller. Einen langfristigen schweren Imageschaden für Toyota befürchtet er daher nicht.
Verchärft wird die Situation aktuell allerdings durch die Probleme mit dem Bremssystem des Hybrid-Modells Prius ab Baujahr Mai 2009. Medienberichten zufolge wird Toyota nun auch diese Fahrzeuge in die Werkstätten zurückrufen. Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntag unter Berufung auf nicht genannte Quellen berichtete, sind mindestens 170.000 in Japan verkaufte Prius betroffen. Der Rückruf werde in den nächsten Tagen bekanntgegeben. Es geht um die Software des ABS-Systems. Toyota hatte in Japan und im Ausland Beschwerden erhalten, dass die Bremsen des neuen Primus auf unebenen Straßen oder bei Schlaglöchern kurzzeitig nicht funktionieren.
Rückruf von 300.000 Prius-Modellen
Weiter heißt es, der Konzern beabsichtige, die für den Fehler verantwortliche Software auch im Ausland per Rückruf oder einer Servicemaßnahme zu reparieren. So sei auch in den USA ein Rückruf von 100.000 neuen Prius geplant. Toyota hat seit Verkaufsstart im Mai über 300.000 Prius in 60 Ländern abgesetzt. Damit wäre Uyttenhoven zufolge auch Deutschland betroffen, da die US-Modelle konstruktiv die gleichen seien, „alle Autos mit den betreffenden Bremsen kommen aus Japan“.
Spätestens am Mittwoch solle eine endgültige Entscheidung fallen. Betroffen wären in Deutschland laut einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ alle 3500 Fahrzeuge der neuesten Prius-Baureihe, die seit Juni 2009 hierzulande verkauft wurden. Von einem vorsorglichen Besuch der Werkstatt riet Uyttenhoven ab. „Wir nehmen das ernst und ich gehe davon aus, dass Toyota in den nächsten Tagen darüber entscheidet, ob es einen Rückruf geben wird“, sagte er laut „Wirtschaftswoche“.
Toyota hatte zuvor erklärt, die Probleme mit den Bremssystemen seien keine grundsätzlichen Schäden. Daher wollte der Konzern das Problem eigentlich im Rahmen eines freiwilligen Servicedienstes beheben. Doch angesichts der massiven Kritik in Folge des Rückrufdebakels um klemmende Gaspedale sei das Management offenbar zu der Einsicht gelangt, dass ein Rückruf unvermeidlich sei, wenn man das Vertrauen der Kunden wiedererlangen wolle.
Rückruf in Deutschland soll zügig starten
Bisher muss Toyota in Deutschland rund 216.000 Autos wegen klemmender Gaspedale zurückrufen und will damit in der kommenden Woche beginnen. In ganz Europa sind 1,8 Millionen Autos betroffen. Uyttenhoven zufolge kann das Kraftfahrtbundesamt erst Ende Februar die offiziellen Rückrufbriefe verschicken. Toyota wolle aber mit dem Beginn der Rückrufaktion nicht so lange warten.
Allerdings wird sich der Austausch der fehlerhaften Teile über mehrere Wochen hinziehen. „Bereits Ende der kommenden Woche werden wir an die Händler die Teile verschickt haben, die nötig sind, um die Gaspedale von 56.000 Fahrzeugen in Europa zu modifizieren“, wird Uyttenhoven von der „Wirtschaftswoche“ zitiert. „In den Wochen danach werden wir weitere 90.000 Teile pro Woche ausliefern.“
Pedalprobleme nicht als Sicherheitsproblem erkannt
Zu Vorwürfen, Toyota habe von dem Problem bereits seit 2007 gewusst, aber nicht angemessen reagiert, sagte der Deutschland-Chef, 2007 habe das Gaspedal eines Toyota Auris in zwei Fällen Geräusche gemacht oder geruckelt. Zudem habe es 2008 Kundenbeschwerden gegeben.
„Die Auffälligkeiten wurden von den Kunden jedoch niemals als ein Sicherheitsproblem geschildert“, sagte Uyttenhoven. „Unsere Tests haben ergeben, dass das Pedal nur dann klemmt, wenn das Auto in der Kälte war, dann schnell aufgeheizt wird und zusätzlich Nässe im Spiel ist. Es war nicht leicht, das herauszufinden.“
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