09.03.2010 | Redakteur: Andreas Grimm
Angesichts des scharfen Rückgangs der Neuzulassungen greifen die Autohäuser wieder vermehrt auf Kurzzulassungen zurück. Der Anteil der Zulassungen auf den Fahrzeughandel ist im Februar sowohl prozentual als auch in absoluten Zahlen deutlich gestiegen. Dagegen kommt die Firmenkunden-Nachfrage laut einer Erhebung der Marktforschung Dataforce nicht vom Fleck.
Die Zahl der Zulassungen auf den Fahrzeughandel erreichte im Februar 40.200 Einheiten. Das ist ein Plus von 13 Prozent oder 4.600 Einheiten gegenüber dem Wert vom Februar 2009. Damit ist die Zeit sinkender Händlerzulassungen wohl endgültig vorüber. In der Hochphase der Umweltprämie waren nur um die 10 Prozent der monatlichen Neuzulassungen durch den Handel getrieben - im Februar 2010 war es bereits wieder jedes fünfte Fahrzeug.
Getrieben wird der Rückgang der Neuzulassungen fast ausschließlich von dem wegbrechenden Kaufinteresse der Privatkunden. Im Februar ließen 77.800 Privatkunden ihren Neuwagen zu. Das ist ein Rückgang um 53,3 Prozent oder 89.000 Einheiten gegenüber dem Vorjahresmonat. 2008 meldeten noch 91.500 Privatpersonen einen Neuwagen an.
Damit ist der Anteil des Privatmarkts wieder auf dem Durchschnittsniveau der vergangenen Jahre angekommen. Sowohl im Februar 2008 als auch im aktuellen Berichtsmonat waren rund 40 Prozent der Neuzulassungen von privat veranlasst. Im Februar 2009 war der Verhältnis exakt umgekehrt (Privatmarkt 60,0 Prozent).
Die gewerblichen Neuzulassungen erreichten im Februar 2010 einen Anteil von 60,8 Prozent, wobei neben dem Fahrzeughandel vor allem die Autovermieter dieses Ergebnis stützten. Hier scheint eine Ersatzbeschaffung notwendig geworden zu sein, denn dieses Segment legte um 28,1 Prozent auf 21.200 Einheiten zu (Segmentanteil 10,9 Prozent). Vor Jahresfrist waren es noch 16.500 Fahrzeuge bei einem im Vergleich sehr geringen Segmentanteil von 6 Prozent.
Dagegen kommt der klassische gewerbliche Flottenmarkt nicht in Fahrt. Im Gegenteil nahmen die Firmenkunden im Februar 2010 sogar noch 1.150 Fahrzeuge oder 2,8 Prozent weniger Neuwagen ab (40.200 Einheiten). Angesichts des auf rund 195.000 Einheiten geschrumpften Gesamtmarktes liegt der Segmentanteil des relevanten Flottenmarktes damit allerdings jetzt bei 20,6 Prozent nach 14,9 Prozent im Vorjahresmonat.
Rückläufig sind zuletzt auch die Zulassungen auf den Fahrzeugbau. Sie fielen um 2.000 Einheiten oder 11,7 Prozent auf jetzt noch 15.400 Neufahrzeuge.
Entscheidend für die weitere Entwicklung der automobilen Konjunktur werden nach Einschätzung von Dataforce nun einmal mehr die Monate März und April werden, „die statistisch gesehen zu den zulassungsstärksten Monaten im Jahr zählen“.
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