Amerikaner hoffen auf chinesische Autofabrik

Hoffnung auf hunderte neue Arbeitsplätze

10.03.2010 | Autor: dpa/Christoph Baeuchle

Für die leidgeprüften Beschäftigten der US-Autoindustrie gibt es einen kleinen Hoffnungsschimmer. Nach einem Bericht des „Los Angeles Business Journals“ will sich möglicherweise bald der erste chinesische Hersteller in den Staaten ansiedeln. Der Daimler- und VW-Partner BYD prüft demnach, ob er eine Fabrik im südlichen Kalifornien errichtet. Dadurch könnten hunderte neue Arbeitsplätze entstehen.

Die chinesischen Autobauer versuchen derzeit, über Kooperationen und Zukäufe bekannter Marken wie Volvo den Anschluss an die Konkurrenz auf dem Weltmarkt zu finden. Mit Produktionsstätten im Ausland halten sich die Chinesen dagegen bislang zurück. Ihre asiatischen Nachbarn - Japaner wie Südkoreaner - produzieren teils schon seit Jahrzehnten erfolgreich in den USA.

BYD drängt auf die großen Märkte

Im vergangenen Jahr hatte BYD angekündigt, 2010 die ersten Schritte auf dem US-Markt zu machen. Nun scheinen sie ihre Ankündigung umzusetzen. Auch Europa hat das Unternehmen, das Partnerschaften mit Daimler und Volkswagen hat, im Visier. „Wir werden in der zweiten Jahreshälfte 2011 die ersten Fahrzeuge auf den europäischen Markt bringen“, hatte Henry Li, General Manager der BYD Export Trade Division, jüngst gegenüber »kfz-betrieb ONLINE« angekündigt.

Das Unternehmen, das mit der Produktion von Batterie groß geworden ist, hat eine Vorreiterrolle bei Elektrofahrzeugen. Aufmerksamkeit weckt BYD vor allem mit dem Elektroauto e6: Der 600-Kilogramm schwere Akku, eine Lithiumionen-Eisenphosphat-Batterie, hat nach Herstellerangaben eine Reichweite von maximal 330 Kilometern. Nach oben erreicht der e6 eine Höchstgeschwindigkeit von 140 Stundenkilometer. Um aus dem Stand auf 100 Stundenkilometer zu kommen benötigt er 14 Sekunden.

Kahlschlag in US-Autoindustrie

Für viele US-Amerikaner ist es immer noch ein wichtiges Kaufargument, dass die Autos im eigenen Land gefertigt werden. Und für viele Beschäftigte bedeutet es die einzige Chance, noch Arbeit in der Autoindustrie zu finden. Die drei großen US-Hersteller General Motors (GM), Ford und Chrysler haben während ihres Niedergangs Zehntausende Stellen abgebaut.

In Kalifornien steht derzeit ein Gemeinschaftswerk von GM und Toyota vor dem Aus. Die Produktion bei der New United Motor Manufacturing (NUMMI) soll Ende diesen Monats auslaufen. Rund 5.000 Stellen fallen dann weg. NUMMI gehört zu den Werken, von denen sich GM im Zuge seiner Insolvenz getrennt hatte. Für Toyota alleine rechne sich die Fabrik nicht.


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