Studie: Pessimismus pur für das Kfz-Gewerbe

ZDK übt scharfe Kritik an Schreckensszenario

16.03.2010 | Redakteur: Christoph Baeuchle

Einer Studie der Unternehmensberatung Concentro zufolge sieht die Werkstatt- und Autohauslandschaft am Jahresende trostlos aus. Jede sechste Stelle könnte im Gewerbe wegfallen.

Laut einer Studie der Beratung Concentro soll 2010 jeder sechste Arbeitsplatz im Kfz-Gewerbe wegfallen. Nun hat Dr. Alexander Sasse, Mitverfasser der Studie, seine Aussagen relativiert. „Wir wollten die Gefahr zum Ausdruck bringen, dass 16 Prozent der Arbeitsplätze wegfallen könnten“, so Sasse gegenüber »kfz-betrieb ONLINE«. Er wolle damit keine Panik schüren.

Allerdings beruft sich die Beratung mit ihren Aussagen weder auf Interviews noch eigene quantitative Erhebungen. „Bei der Studie handelt es sich um eine reine Marktstudie“, so Sasse. Sie sei geschrieben worden, um wachzurütteln.

Das Deutsche Kfz-Gewerbe übt daran scharfe Kritik: „Katastrophenszenarien wecken Beratungsbedarf – auf diese Formel lassen sich solche Schreckensmeldungen reduzieren“, sagte ZDK-Hauptgeschäftsführer Dr. Axel Koblitz. Dass 2010 ein schwieriges Jahr werde, habe sich inzwischen herumgesprochen. Daraus aber Arbeitsplatzverluste bis zum Jahresende in derartigen Dimensionen herzuleiten, sei schlicht abwegig. Bezeichnenderweise stütze sich das Beratungsunternehmen hierbei auf keinerlei repräsentative Erhebungen.

Bereits Ende vergangenen Jahres hatte eine Studie der Unternehmensberatung Roland Berger für Unverständnis gesorgt. Die Berater sprachen zunächst vom drohenden Verlust von 90.000 Arbeitsplätzen aufgrund von Händlerinsolvenzen, später versuchte Roland-Berger-Partner Ralf H. Landmann, die Aussagen gegenüber »kfz-betrieb ONLINE« wieder geradezurücken.

Kleine und mittelständische Betriebe stärker betroffen

In ihrer nun veröffentlichten Studie geht Concentro von einer Absatz-Entwicklung im Rahmen des üblichen Szenarios in der Größenordnung von rund 2,7 Millionen Einheiten aus. Nicht nur die vorgezogenen Käufe hätten dabei negative Effekte auf die Umsatz- und Gewinnentwicklung. Auch zurückhaltende Banken sowie eine Eigenkapitaldecken wirkten sich negativ aus, so die Concentro-Ergebnisse.

Betroffen vom Rückgang ist nicht nur der Handel, sondern auch das Servicegeschäft. „Im ersten Halbjahr werden die Zahlen schwächer sein“, so Sasse. Davon seien mehr freie als markengebundene Werkstätten betroffen. „Wir gehen aber davon aus, dass die Hersteller ihre Händler im laufenden Jahr stärker unterstützen“, so Sasse.

Allerdings werde diese Unterstützung nicht breit gestreut, sondern komme lediglich strategisch relevanten Händlern zugute. Entsprechend geht die Beratung davon aus, dass im laufenden Jahr verstärkt kleine und mittelständische Kfz-Betriebe von Insolvenzen betroffen sind.


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