ATU will weiter Neuwagen vermitteln

„Werkstatt-Service bleibt Kerngeschäft“

16.03.2010 | Redakteur: Gerd Steiler

Weiter im Spiel: Die Werkstatt-Kette ATU will ihr im April 2009 gestartetes Projekt „Mehrmarken-Verkaufspunkt“ zusammen mit dem Schweizer Autogroßhändler Delta Car Trade weiter vorantreiben. Dabei versteht sie die Vermittlung von Neuwagen als „ergänzendes Element zum Kerngeschäft Werkstatt-Service“.

Die Weidener Werstattservice-Kette ATU will ihr im April 2009 gestartetes Projekt „Mehrmarken-Verkaufspunkt“ nach zehnmonatiger „erfolgreicher Pilotphase“ weiterführen. Zusammen mit dem Schweizer Autogroßhändler Delta Car Trade will man das Vorhaben weiter vorantreiben.

Wie ein ATU-Sprecher auf Anfrage von »kfz-betrieb ONLINE« bestätigte, soll das Netz der momentan 51 „Mehrmarken-Verkaufspunkte“ mittelfristig „mit Augenmaß“ erweitert werden. Allerdings gebe es derzeit noch keine „konkreten Planzahlen“. Dabei verstehe ATU die Vermittlung von Neuwagen lediglich als „ergänzendes Element zum Kerngeschäft Werkstatt-Service“. Keine Angaben machte der ATU-Sprecher zu den im vergangenen Jahr verkauften Stückzahlen und den dabei erzielten Umsätzen.

Konzentration aufs Kerngeschäft

Sein Hauptaugenmerk richte ATU derzeit auf den Ausbau des Werkstatt-Kerngeschäfts. „Wir wollen uns wieder auf die eigentlichen Stärken von ATU im Werkstattgeschäft konzentrieren und dem Kunden schnellen Service von guter Qualität und zu günstigen Preisen bieten“, so der ATU-Sprecher. Seinen Angaben zufolge sind die Shop- und Werkstattpreise der ATU-Filialen derzeit um 20 bis 25 Prozent günstiger als in markengebundenen Kfz-Betrieben.

Zudem wolle die Weidener Werkstatt-Kette „zurück zu ihren Wurzeln im Schnellservice“. Dabei setze ATU in deutlicher Abgrenzung zum Markenservice auf eine Discountstrategie, mit der man sich verstärkt als „Markendiscounter im Servicemarkt“ positionieren und zusätzliche Marktanteile erobern wolle. Das Unternehmen betreibt eigenen Angaben zufolge bundesweit rund 600 Service-Stationen und hält einem Anteil von etwa fünf Prozent am deutschen Servicemarkt.

Thema bleibt virulent

Dennoch wolle ATU auch beim Thema Neuwagen-Vermittlung am Ball bleiben. Laut einer Unternehmensmitteilung vom Dienstag wurden während der Testphase die beteiligten ATU-Stützpunkte mit einer Verkaufsecke für den Empfang und die Beratung der Kunden ausgestattet. Zusätzlich seien von ATU eigene Verkaufsmitarbeiter ausgebildet worden, die „individuelle Angebote zur Gebrauchtwagen-Inzahlungnahme“ und „maßgeschneiderte Finanzierungslösungen“ erstellen.

Die 51 „Mehrmarken-Verkaufspunkte“ führen den Angaben zufolge über 30 Pkw-Marken „zu besonders günstigen Konditionen“. Mit dieser Alternative biete ATU „einen neuen Vertriebsweg“, bei dem der Kunde von den „besseren Preisbedingungen eines Internetvermittlers“ und der „persönlichen Vor-Ort-Betreuung eines Vertragshändlers“ profitiere, heißt es weiter.

Europäischer Player

Die 1985 gegründete Auto-Teile-Unger GmbH (ATU) mit Hauptsitz in Weiden/Oberpfalz gehört seit 2004 der US-Investmentgesellschaft KKR (Kohlberg Kravis Roberts). Das Unternehmen ist in mehreren europäischen Ländern (u.a. in Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Tschechien und Italien) mit über 600 Filialen und rund 13.000 Mitarbeitern vertreten. Im Jahr 2009 erwirtschaftete ATU eigenen Angaben zufolge einen Umsatz von rund 1,24 Milliarden Euro.


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