16.03.2010 | Autor: Joachim von Maltzan

Die zur Sparkassen-Finanzgruppe gehörende Deutsche Leasing plant ein Joint Venture zusammen mit der Landesbank Berlin und der Ready-Bank, um die Auto- und Konsumentenfinanzierung zu forcieren. Wer ein Auto oder beispielsweise Möbel kaufen wollte, ist in den letzten Jahren immer seltener zu einer Sparkasse gegangen, um sich dort einen Kredit zu holen. Zuletzt betrug der Anteil der Sparkassen-Organisation in diesem Bereich nur noch rund zehn Prozent. Das soll sich nun ändern.
Bis zum Sommer soll das Vorhaben stehen. „Ich will den Sack noch zumachen“, sagte Hans-Michael Heitmüller, Vorstandschef der Deutschen Leasing anläßlich der Bilanzpressekonferenz Mitte März in Frankfurt. Heitmüller scheidet als Altersgründen zum 31. Juli aus und übergibt den Stab an des Vorstandsvorsitzenden seinen bisherigen Stellvertreter Kai Ostermann.
Voraussichtlich Anfang des kommenden Jahres soll das neue Joint Venture aktiv an den Markt gehen, wobei derzeit noch unklar ist, in welchem rechtlichen Konstrukt das geschehen soll. Geplant ist ein Geschäft mit standardisierten Konsumentenkrediten für den Autokauf oder andere Anschaffungen. „Wir wollen damit schnell beachtliche Größenordnungen erreichen“, erläuterte Ostermann. Dabei wolle man auch verstärkt auf den deutschen Automobilhandel und die Kreditvermittlung am Point of Sales, also im Autohaus setzen.
Die Deutsche Leasing hat nach Heitmüllers Worten das vergangene Geschäftsjahr vergleichsweise gut durchstanden. Auch wenn sie sich dem Sog der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht gänzlich entziehen konnte, so habe sie nicht so drastische Einbrüche hinnehmen müssen wie manch andere Leasinggesellschaften. Der Rückgang im Neugeschäft lag im Branchendurchschnitt bei 29 Prozent, während die Deutsche Leasing Gruppe lediglich ein Minus von acht Prozent verkraften musste.
Sorgen bereiteten ihr die erheblich gestiegen Kosten für Kreditausfälle und die Risikovorsorge. Insgesamt bezifferte Heitmüller die durch die Finanzkrise indizierten Effekte mit 98 Millionen Euro. Das wirtschaftliche Ergebnis lag deshalb bei 50 Millionen Euro gegenüber 149 Millionen im Vorjahr. Die Tochtergesellschaft DAL Deutsche Anlagen Leasing kann für das Geschäftsjahr 2009 ein Ergebnis von 25 Millionen Euro gegenüber einem Vorjahresgewinn von 14 Millionen ausweisen. Für das laufende Geschäftsjahr erwartet der Finanzdienstleister wieder moderat steigende Umsätze.
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