NRW wirbt um Produktion von E-Autos

Bundesland will Absatzförderung direkt einführen

18.03.2010 | Redakteur: Christoph Baeuchle

Das Bundesland Nordrhein-Westfalen will sich als weltweiter Standort für Elektromobilität etablieren. Das Land sei in Gesprächen mit mehreren Unternehmen bezüglich einer Produktion in Nordrhein-Westfalen, sagte Karl-Uwe Bütof, Ministerialdirigent Wirtschaftsministerium NRW am Mittwoch auf einer Veranstaltung des Nordrhein-Westfälischen Kfz-Gewerbes in Düsseldorf. Im innerdeutschen Vergleich sei die Modellregion den anderen Regionen voraus.

Nordrhein-Westfalen ist eine von acht Modellregionen, die die Bundesregierung im Rahmen des „Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität“ fördert. Von den dafür vorgesehenen Mitteln von insgesamt rund 115 Millionen Euro erhält die NRW-Modellregion mehr als 20 Millionen Euro. Bislang wurden in NRW sechs Starterprojekte angeschoben.

„In Deutschland treibt das Thema die Politik voran, in Japan die Industrie“, stellte Bütof klar. Die deutschen Hersteller zögen zwar nach, doch hätten die japanischen und französischen Hersteller das Thema frühzeitig besetzt. Vergangene Woche haben entsprechend NRW und Renault Deutschland eine stärkere Zusammenarbeit in der Elektromobilität bekannt gegeben. „Ich finde es bedauerlich, dass die anderen die Nase so weit vorne hatten“, kritisierte Bütof die deutschen Hersteller. Jetzt werde aber massiv gehandelt.

Bütof: Über 250.000 E-Autos im Jahr 2020

Nach Ansicht Bütofs könnte sich das Thema schneller entwickeln als ursprünglich erwartet. Bis 2020 rechnet die Bundesregierung mit einer Million Elektrofahrzeugen auf den Straßen. In Nordrhein-Westfalen sollen es 250.000 Stück sein. „Ich behaupte, es werden mehr“, sagte Bütof.

Auch bezüglich einer staatlichen Absatzförderung ist Bütof optimistisch. NRW dränge auf eine sofortige Einführung, habe sich aber auf der Wirtschaftsministerkonferenz nicht durchsetzen könne. „Möglicherweise bringt die nächste Konferenz in zwei Monaten bereits eine Antwort“, so Bütof.

Der Ministerialdirigent kündigte an, das Thema weiter voranzutreiben und dabei das Kfz-Gewerbe zu integrieren. „Wir werden die E-Mobilität weiter powern.“ Dazu beitragen soll auch das Auto-Cluster NRW, das dafür den „Masterplan Elektromobilität“ aufgestellt hat.

Kfz-Gewerbe frühzeitig integrieren

LV-Präsident Ernst-Robert Nouvertné forderte, die Kfz-Gewerbe frühzeitig in die entsprechenden Projekte und Pläne zu integrieren. „Das Kfz-Gewerbe möchte die E-Mobilität mitgestalten und muss für ein entsprechendes Szenario gewappnet sein.“

Nouvertné ist überzeugt, dass der E-Antrieb immer bedeutsamer werden wird. „Der Umweltschutz gewinnt als Entscheidungskriterium immer mehr an Bedeutung und dies verheißt ein großes Potential für die Elektromobilität.“ Bereits jetzt würden die Kunden in den Ausstellungsräumen der Händler ein spürbares Interesse an Autos mit Elektroantrieb zeigen.


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