VDA fordert langfristige Hilfe für E-Fahrzeuge

Verband erwartet anhaltend hohe Zusatzkosten für die Käufer

24.03.2010 | Redakteur: Andreas Grimm

VDA-Präsident Matthias Wissmann fordert, dass die Politik die Wirtschaft in der Entwicklung der E-Autos weiter unterstützt.

Im weltweiten Wettlauf um die Entwicklung elektrisch angetriebener Fahrzeuge fordert die deutsche Automobilindustrie Unterstützung durch die Politik. „Der weltweite Wettlauf um die Elektromobilität hat begonnen. Es kommt nun entscheidend darauf an, dass der Industrie- und Forschungsstandort Deutschland keinen Wettbewerbsnachteil erleidet“, sagte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann auf dem 12. Technischen Kongress des VDA in Ludwigsburg.

Angesichts der auch in einigen Jahren noch immer enorm hohen Zusatzkosten für Elektrofahrzeuge sei die Politik gefordert, so Wissmann. Sie dürfe die Markteinführung von Elektroautos nicht allein dem Markt überlassen. Die Industrie müsse ein unfangreiches Lastenheft abarbeiten. Insbesondere seien Batterien erforderlich, die leicht sind und eine lange Lebensdauer haben, eine hohe Energie- und Leistungsdichte aufweisen, aber auch einen guten Entlade- und Ladewirkungsgrad. „Und dies alles auch noch zu vertretbaren Kosten“, verdeutlichte er.

Wissmann rechnete vor, dass bei einem Elektroauto der unteren Mittelklasse wegen der teuren Batterien in naher Zukunft mit Mehrkosten von 10.000 bis 15.000 Euro gegenüber einem herkömmlichen Fahrzeug zu rechnen sei. Aber selbst wenn die Batterien durch höhere Stückzahlen billiger würden, müsse der Kunde auch im Jahr 2020 noch 7000 bis 10.000 Euro mehr zahlen. „Im Vergleich zu konventionellen Antrieben werden Elektrofahrzeuge also noch lange eine große ökonomische Herausforderung bleiben“, betonte der Verbandschef auf dem Technischen Kongress des VDA.

Gemeinsame Standards für E-Autos

Die politische Schützenhilfe für die E-Fahrzeuge dürfe aber nicht im nationalen Alleingang erfolgen, betonte Wissmann, „sonst geraten wir in einen Subventionswettlauf verschiedener Nationen, der letztlich der Industrie und dem Kunden nicht wirklich weiterhilft.“ Wissmann forderte stattdessen gemeinsame Standards in Europa und Übersee für E-Autos und ihre Infrastruktur. Dazu gehöre auch klimafreundliche Energie.

Die Politik sei gut beraten, die Einführung der Elektromobilität durch ein gemeinsames Wettbewerbsumfeld in Europa zu flankieren, eine faire Besteuerung zu gewährleisten und den Aufbau einer flächendeckenden Infrastruktur zu unterstützen, sagte er. „Wenn Politik, Wirtschaft und Wissenschaft an einem Strang ziehen, haben wir beste Voraussetzungen, um den Produktionsstandort Deutschland auch für das Automobil der Zukunft zu einem Kernland zu machen“, sagte Wissmann.


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