Renault-Nissan stützt Avtovaz-Lada

Techniktransfer an die russische 25-Prozent-Tochter

14.06.2010 | Redakteur: Andreas Grimm

Der Renault-Nissan-Konzern baut sein Engagement beim kriselnden russischen Autobauer Avtovaz aus. Dazu ist Nissan nun offiziell der strategischen Partnerschaft zwischen Renault und dem hoch verschuldeten russischen Autobauer beigetreten, der in Deutschland mit der Marke Lada bekannt ist. Ziel sei eine Steigerung des gemeinsamen Marktanteils auf dem russischen Markt von derzeit 30 Prozent auf rund 40 Prozent bis zum Jahr 2015, heißt es in einer Renault-Mitteilung vom Montag.

Renault ist seit dem Februar 2008 für eine Milliarde Euro mit 25 Prozent plus einer Aktie am größten russischen Automobilherstellers beteiligt. Mit der Erweiterung der Allianz um Nissan sollen zusätzliche Synergien in den Bereichen Forschung und Entwicklung, Fertigung, Logistik, Einkauf und Verkauf entstehen.

Avtovaz muss dringend handeln, seit die globale Finanz- und Wirtschaftskrise vor allem in Russland und Osteuropa, den traditionellen Absatzmärkten des Unternehmens, die automobile Nachfrage nachhaltig geschwächt hat. Ende Mai hatte die Staatsholding RosTechnologii deshalb angekündigt, ihren Anteil am Lada-Produzenten von 25 auf über 40 Prozent zu erhöhen, indem ein Teil der Schulden des Autobauers in Aktien umgewandelt werde. Der Aktienanteil von Renault soll dabei unverändert bleiben.

Techniktransfer aus dem Ausland

Verschärft hatte die Situation ebenfalls Ende Mai die Ankündigung des größten russischen Stahlkonzerns Severstal, wegen Preisdifferenzen kein Walzstahl mehr an Avtovaz zu liefern. Während der Stahlproduzent einen 25-prozentigen Preisaufschlang forderte, wollte der Autobauer maximal 20 Prozent akzeptieren. Zugleich sinkt der Marktanteil des Lada-Produzenten seit Jahren. Die Fahrzeuge sind gegenüber den Importprodukten technisch veraltet.

Deshalb hatte der Autobauer eine engere Zusammenarbeit mit Lieferanten aus dem Ausland beschlossen. Beispielsweise soll Eberspächer über ein Joint Venture künftig die Abgastechnik liefern. Die jetzt geschlossene Vereinbarung sieht nun einen Wissenstransfer in die Entwicklungsabteilung von Avtovaz vor, um „die Qualität der Avtovaz-Modellpalette nachhaltig zu verbessern und die Entwicklungskosten zu senken“.

Zusammenarbeit im Vertrieb

Eine engere Abstimmung der Hersteller soll die Verwendung der selben Modellplattformen bringen. Zudem soll „jede der drei Marken eine detaillierten Produktplanung für den russischen Markt erarbeiten“. Lada plant den Angaben zufolge die Entwicklung von Modellen für Märkte außerhalb Russlands. Die Bündelung des Einkaufs von Avtovaz und Renault-Nissan in Russland soll ergänzend die Position gegenüber den Zulieferern stärken.

Auch die Produktion selbst wird durch die vertiefte Kooperation auf westliche Standards gebracht.“ Um das gleiche Qualitäts- und Kostenniveau wie in anderen Werken der Renault-Nissan-Allianz sicherzustellen, wird das Produktionssystem der Allianz schrittweise auf alle Fertigungsstätten ausgeweitet“, heißt es dazu von Renault. Ebenfalls intensiviert wird die Zusammenarbeit im Vertrieb, indem Renault und Lada ein gemeinsames Händler- und Vertriebsnetz in Russland aufbauen.


Kommentar zum Beitrag schreiben

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 350318) | Fotos: Archiv