25.06.2010 | Redakteur: Andreas Wehner
Der VW/Porsche-Patriarch Ferdinand will mit einer fünften Porsche-Baureihe für Wachstum bei dem Sportwagenbauer sorgen. Wie das „Handelsblatt“ am Freitag berichtete, sei ein kleiner Geländewagen für Volkswagens jüngsten Zukauf geplant. Der Bau eines zusätzlichen Modells sei zwar von den Gremien noch nicht abgesegnet, intern aber beschlossene Sache, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise.
Porsche kann für das neue Modell auf den Konzernbaukasten zurückgreifen. Die Ingolstädter Volkswagen-Tochter Audi hat mit dem Q5 bereits ein SUV im Programm, das auf einer Mittelklasse-Plattform steht. Der große Bruder Cayenne teilt sich die technische Basis mit dem VW Touareg und dem Audi Q7.
Erst in den letzten Tagen war in den Medien über eine weitere Porsche-Baureihe spekuliert worden. Allerdings war in den Gerüchten von einem Frontmotor-Coupé ähnlich dem 1995 eingestellten 928 die Rede.
Porsche konnte in den vergangenen Jahren mit jeder neuen Baureihe deutlich wachsen. Zuletzt hatte der Panamera für frischen Wind und neue Kunden gesorgt. Dank der Limousine konnte das Unternehmen sein Absatzniveau halten, während die übrigen Baureihen rückläufig waren. Der Cayenne hatte sich direkt nach dem Start 2002 direkt zur beliebtesten Baureihe des Sportwagenbauers entwickelt. Porsche bietet außerdem die Mittelmotoren-Modelle Boxster und Cayman sowie den Klassiker 911 an.
Das „Handelsblatt“ bekräftigte zudem frühere Medienberichte über die Ablösung von Michael Macht als Porsche-Chef. Der Manager soll als Produktionsvorstand in die Wolfsburger Konzernzentrale wechseln. Sein Nachfolger soll der Winterkorn-Vertraute Matthias Müller werden. Aus VW-Kreisen berichtet die Zeitung, Piëch sei mit dem Führungsstil von Macht unzufrieden gewesen. Es fehle eine starke Persönlichkeit an der Porsche-Spitze. Müller wird in Stuttgart offenbar mit Freude begrüßt, da man ihm eher als Macht zutraut, sich im konzerninternen Kampf um die Vorherrschaft bei Sportwagen und Luxuslimousinen gegen Audi zu behaupten.
Porsche-Chefentwickler Wolfgang Dürheimer soll nach Informationen des „Handelsblatts“ bei dem Sportwagenbauer bleiben. Zuvor war spekuliert worden, dass er im Rahmen der Personalveränderungen an die Spitze von Bentley und Bugatti rücken könnte.
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