17.05.2011 | Redakteur: Andreas Grimm
Toyota Motor Europe (TME) kehrt schneller als erwartet zum alten Produktionsniveau zurück. Die Kunden des Autobauers in Europa könnten bald wieder mit normalen Lieferzeiten rechnen, heißt es in einer Mitteilung des deutschen Importeurs vom Dienstag. Ursache ist die signifikante Verbesserung der Lage der Zulieferer, deren Produktionsausfälle als Folge von Erdbeben und Tsunami weltweit zu Fertigungsverzögerungen geführt hatten.
Den Angaben zufolge werden verschiedene europäische Produktionsstätten im Juni wieder mit voller Produktionsstärke arbeiten. Dazu gehören die Toyota Motor Manufacturing UK mit den Werken in Burnaston (Avensis, Auris und Auris HSD) und Deeside (Motorenfertigung), Toyota Motor Manufacturing Turkey (Verso und Auris) sowie Toyota Motor Industries Poland (Motorenfertigung). Das Toyotawerk in Frankreich hatte seine reguläre Yaris-Produktion bereits zum 16. Mai wieder aufgenommen. In Japan wird die Fertigung im Juni von 50 auf 70 Prozent der normalen Kapazität angehoben, ursprünglich war dafür der Juli genannt worden.
Toyota werde in Europa alles daransetzen, die Produktions- und Verkaufsrückstände „aufzuholen und wie geplant das Vorjahresergebnis zu übertreffen“, sagte TME-Präsident Didier Leroy. Toyota Motor Europe hatte im vergangenen Kalenderjahr 808.311 Fahrzeuge (Toyota und Lexus) in Europa verkauft.
Auch beim japanischen Konkurrenten Honda Motor normalisiert sich die Produktion. Bei den Zulieferern nehme die Erholung Fahrt auf, heißt es in einer Mitteilung des Autobauers. Allerdings wollte das Unternehmen noch nicht sagen, wann die Produktion wieder auf das Niveau vor dem Erdbeben zurückkehre. Der weitere Verlauf der Normalisierung hänge letztlich von der Zulieferbranche ab. Schwierigkeiten bereite derzeit noch die Zulieferung von Elektronik, Farben und Gummiteilen. Damit scheint der Autobauer vom Szenario abzuweichen, dass der Ausstoß der Fabriken erst bis Jahresende wieder Normalniveau erreichen könnte. Dabei handle es sich um die schlimmstmögliche Entwicklung, heißt es nun von Honda.
Nissan Motor erwartet inzwischen, bis Oktober vollständig die Folgen des Bebens und Tsunamis überwunden zu haben. Der Konzern arbeite hart daran, es früher zu schaffen, sagte Nissan-Chef Carlos Ghosn. Nissan hat die Folgen der Naturkatastrophe allerdings insgesamt besser verkraftet als die heimischen Konkurrenten: Anders als Toyota und Honda konnte Nissan das Nettoergebnis zuletzt verbessern. Eine Prognose für das laufende Geschäftsjahr will aber auch Nissan noch nicht abgeben.
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