Autobanken verzeichnen neue Bestmarken

Positive Geschäftsentwicklung auch im ersten Quartal 2012

08.05.12 | Autor: dpa/gst/ves

Klaus Bentz (li.) und Michael Reinhart, Sprecher des AKA, sehen nach einem erfolgreichen ersten Quartal auch fürs Gesamtjahr 2012 gute Geschäftschancen.
Klaus Bentz (li.) und Michael Reinhart, Sprecher des AKA, sehen nach einem erfolgreichen ersten Quartal auch fürs Gesamtjahr 2012 gute Geschäftschancen. (Foto: AKA)

In einem leicht wachsenden Automobilmarkt sehen Deutschlands Autobanken auch 2012 gute Geschäftschancen. Von Januar bis März habe sich die Branche positiv entwickelt, teilte der Arbeitskreis der Banken und Leasinggesellschaften der Automobilwirtschaft (AKA) am Dienstag in Frankfurt mit. Impulse erhoffen sich die Anbieter von einem wachsenden Gebrauchtwagengeschäft und dem Ausbau der Elektromobilität, obwohl diese noch „in den Kinderschuhen“ stecke, wie die AKA-Sprecher Michael Reinhart und Klaus Bentz erklärten.

Die Banken der Automobilhersteller haben 2011 insgesamt 1,31 Millionen Neuverträge im Gesamtwert von rund 30 Milliarden Euro unterzeichnet und damit ihren Neuzugang um zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Die Finanzierungsprodukte machen davon 563.000 Neuverträge aus (+7%), auf das Leasing entfallen 748.000 neue Verträge, was einem Zuwachs von zwölf Prozent entspricht. In Summe lag das Bestandsvolumen aller Leasing- und Finanzierungsverträge Ende 2011 bei fast 90 Milliarden Euro und damit sechs Prozent über dem Vorjahr.

Erste Erfolge im Gebrauchtwagengeschäft

Zunehmend an Bedeutung für die Herstellerbanken gewinnt der Gebrauchtwagenmarkt: Im Jahr 2010 haben die Anbieter erstmals damit begonnen, sich auch stärker dem Gebrauchtwagengeschäft zuzuwenden. 2011 zeigt dieses Bemühen nun erste Erfolge: Der Zuwachs von einem Prozent sowohl in Stück als auch in Wert sei zwar noch marginal. Interessant sei aber die hohe Qualität der Gebrauchtwagen, was sich laut Bentz in einer Finanzierungssumme von rund 13.000 Euro ausdrücke. 2011 wurden insgesamt über 560.000 Gebrauchtfahrzeuge mit einem Gesamtwert von über sieben Milliarden Euro über die Herstellerbanken auf die Straße gebracht.

Auch im Bereich Elektromobilität arbeiten die Herstellerbanken an Finanzierungskonzepten. Reinhart beschreibt: „Die Herausforderung in diesem Bereich liegt in der Finanzierung der Batterie. Einige unserer Mitglieder haben für die Finanzierung oder das Leasing separate Mietverträge für die Batterie vorgesehen, andere schließen sie in ihre Angebote ein. Welches das richtige Modell für die Zukunft ist, ist ohne Praxiserfahrung noch schwer auszumachen.“

Zusätzliche Versicherungen sind beliebt

Ein wesentliches Wachstumsfeld sehen die Finanzdienstleiter im Geschäft mit zusätzlichen Versicherungen und Dienstleistungen rund um das Auto, wie zum Beispiel Kfz- oder Reparaturkostenversicherungen. Pro Finanzierungs- oder Leasingvertrag werden durchschnittlich 1,6 Dienstleistungsverträge abgeschlossen.

„Auch das Privatkundengeschäft hat sich positiv entwickelt“, sagte Reinhart. „Es scheint, als seien die durch die Umweltprämie 2009 entstandenen Verzerrungen nunmehr ausgeglichen und wir nähern uns wieder dem Normalmarkt“. Wegen der staatlichen Abwrackprämie hatten 2009 viele Menschen ihren Autokauf vorgezogen. Das hatte auch den Autobanken viele Verträge beschert – vor allem für Kleinwagen.

Marktanteil gehalten

Ihren Marktanteil von rund 67 Prozent konnten die Herstellerbanken im vergangenen Jahr halten. Die neuen Mitspieler im Bereich des Fahrzeugfinanzierungsmarktes könnten an diesem Marktanteil nicht rütteln. Sie würden laut Reinhart aber die Konkurrenz auf dem Non-Captives-Markt verstärken.

Der „Arbeitskreis der Banken und Leasinggesellschaften der Automobilwirtschaft (AKA)“ ist ein Zusammenschluss aller herstellerverbundenen Finanzdienstleistungsgesellschaften. Die zwölf Mitgliedsbanken des AKA repräsentieren eigenen Angaben zufolge 33 Automobilmarken, betreuen über zehn Millionen Kunden und beschäftigen bundesweit insgesamt rund 9.000 Mitarbeiter.


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