08.06.12 | Autor: dpa

Die Auslastung der europäischen Werke der Autobauer Ford und Opel wird in diesem Jahr auf deutlich unter 70 Prozent sinken. Angesichts der schwachen Märkte in Südeuropa und stagnierender oder gar sinkender Marktanteile in großen Ländern wie Deutschland sehen die Autoexperten des Marktbeobachters IHS Automotive für Opel in diesem Jahr nur noch eine Auslastung von 66,0 Prozent, heißt es in einer Analyse, die der Motor Presse Stuttgart vorliegt.
Damit würde die Auslastung im Vergleich zu 2011 um rasante 10,6 Prozentpunkte einbrechen, heißt es in einer Mitteilung des Verlags. In absoluten Zahlen geht IHS davon aus, dass die Opel-Produktion von 1,45 Millionen (2011) auf 1,28 Millionen in diesem Jahr zurückgeht. Für nächstes Jahr sieht IHS kaum Entspannung. Bei einem leichten Produktionsanstieg auf 1,32 Millionen steigt die Auslastung der Opel-Werke nur minimal auf 66,2 Prozent, um dann laut IHS 2014 auf 63,9 Prozent abzurutschen.
Optimistischer sind die IHS-Analysten dagegen für Ford. Zwar lässt der Kölner Hersteller in diesem Jahr die Bänder acht Tage stillstehen. Und die Auslastung wird laut IHS in diesem Jahr mit 65,8 Prozent sogar noch unter dem Opel-Wert liegen, weil Ford derzeit einige Modellwechsel vorbereitet. Doch angesichts der attraktiven Modellpalette und der Weltauto-Strategie gehen die Autoexperten schon für 2013 von einer steigenden Produktion aus.
So werde Ford 1,44 Millionen Autos im Jahr 2013 in Europa bauen, 80.000 mehr als in diesem Jahr. Die Auslastung steigt dadurch auf knapp 68 Prozent und erhöht sich bis 2014 sogar auf 73 Prozent. „Wir erwarten für Ford eine schnellere Erholung als für Opel – auch weil wir Ford als die stärkere Marke sehen und Opel ein Imageproblem hat“, sagt IHS-Analyst Henner Lehne der Zeitschrift „AUTO Straßenverkehr“.
Auch Prof. Wolfgang Meinig, Leiter der Forschungsstelle Automobilwirtschaft in Bamberg, sieht Ford im Vorteil. So seien die Ford-Händler deutlich zufriedener mit der Modellpalette als die Opel-Händler. „Die Ford-Händler sind messbar zufriedener mit Produktaspekten – Opel hat hier deutlichen Nachholbedarf“, so Meinig. In der Zufriedenheitsstudie DSI 2012 hätten die Ford-Händler die Punkte Modellpalette, Qualität der Neuwagen und Umfang der Serienausstattung deutlich höher bewertet als die Opel-Händler. Diese litten unter der restriktiven Vertriebspolitik der Konzern-Mutter General Motors. „Die Vertriebsstrategie der amerikanischen Mutter ist für Opel sehr unglücklich“, so Meinig.
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