GM-Managerin: Opel stärker bei Chevy/Cadillac integrieren

„Europa ist immer noch ein höllisch großer Markt“

| Autor: Jens Rehberg

Susan Docherty: „Wir wollen eine Schlüsselrolle dabei spielen, wenn wir Chevrolet helfen, global zu wachsen.“
Susan Docherty: „Wir wollen eine Schlüsselrolle dabei spielen, wenn wir Chevrolet helfen, global zu wachsen.“ (Foto: GM)

Die GM-Markenchefin für Chevrolet und Cadillac in Europa, Susan Docherty, fordert von der Spitze des US-Konzerns, die Unternehmenstochter Opel stärker in die beiden anderen europäischen GM-Fabrikate einzubinden. „GM muss Opel jetzt bei seinen anderen Marken integrieren und Doppelarbeit in der Administration eliminieren“, sagte die Managerin der US-Fachzeitschrift „Ward’s Auto“. „Dieses Potenzial ist Millionen wert“, so Docherty wörtlich. Der Hersteller werde zudem damit fortfahren, die verschiedenen IT-Infrastrukturen der einzelnen Marken zusammenzuführen [Anm. der Red.: In einer früheren Version dieses Beitrags hatten wir eine Aussage des Ward's-Auto-Beitrags zitiert, wonach die drei GM-Fabrikate auch im Aftersalesbereich enger zusammengeführt werden sollen. Diese Aussage hat der US-Autor inzwischen zurückgenommen. Laut GM gehe es hier lediglich um Synergien im Logistikbereich].

Die Äußerungen zu Opel machte Docherty offenbar am Ende eines Gesprächs über die Markenstrategie für Cadillac in Europa. Zunächst skizziert die Managerin die globale Marschroute: Um bei chinesischen Käufern als Luxusmarke wahrgenommen zu werden, sei ein Erfolg der Marke in Europa unverzichtbar. „Wir müssen es schaffen, dass Cadillac Europa rockt, damit die Marke in China abheben kann“, ist auf der Website des amerikanischen Autotitels zu lesen.

US-„Geheimrezept“: Selbstzünder

Dochertys „Geheimrezept“ hierfür sind bislang noch nicht verfügbare Diesel-Aggregate über das gesamte Angebot hinweg (ATS, CTS, CTS-Kombi, CTS-Coupé, SRX, Escalade) in Verbindung mit passenden Fahrzeuggrößen und wettbewerbsfähigen Emissionswerten. Eine Zeitlinie in Bezug auf die Dieselmotoren konnte Docherty nicht nennen. Cadillac verkaufte 2012 in Europa weniger als 1.000 Einheiten (Deutschland: 165).

Werbung ist der Trick

Die mäßige Performance von Chevrolet in Europa erklärt Susan Docherty folgendermaßen: „Der Trick“ sei eben, die Konsumenten mit den Produkten jenseits von Corvette und Camaro bekannt zu machen. „Sie kennen den Spark, den Aveo, den Cruze, den Orlando und auch den in Kürze startenden Trax noch nicht“, weiß die Managerin. Die deutschen Opel- und Chevrolet-Händler fordern seit Jahren vehement vom Importeur mehr Engagement in Sachen zentraler Werbung. Chevrolet Deutschland will aber erst mehr werben, wenn das Partnernetz seine Verkaufsleistung steigert.

Zwar ist Chevrolet seit Mitte 2012 Hauptsponsor von Manchester United. Dieser Deal alleine – das Paket kostet GM umgerechnet fast eine halbe Milliarde Euro – dürfte aber kaum dazu taugen, den Bekanntheitsgrad der Marke und ihrer einzelnen Produkte über alle europäischen Märkte hinweg deutlich anzuheben.

Schließlich gelangt die GM-Managerin zu dem Urteil, dass die derzeit schwache europäische Wirtschaft die Wachstumsambitionen von Cadillac und Chevy nicht behindern kann: „Es ist immer noch ein höllisch großer Markt. Ich sage meinem Team: 14 Millionen Leute da draußen werden ein Auto kaufen – wir müssen uns nur den uns zustehenden Anteil holen.“

2011 hatte die General-Motors-Spitze unter Dan Akerson beschlossen, Chevrolet und Cadillac weltweit als führende Volumen- bzw. Premiummarke zu entwickeln. Die übrigen Fabrikate des Konzerns sollen dabei lediglich als „Regionalmarken“ flankieren.

Eine lesenswerte Kommentierung (engl.) der Äußerungen unter der Überschrift Susan Docherty has a great idea how to kill Cadillac gibt es auf dem populären US-Autoblog „The truth about cars“.

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