Renault erwartet 10 Prozent Absatzplus im Handel

Dacia-Absatz war 2015 erstmals rückläufig

| Autor: Christoph Baeuchle

Neue Modelle sollen den Renault-Absatz 2016 ordentlich antreiben.
Neue Modelle sollen den Renault-Absatz 2016 ordentlich antreiben. (Renault)

Renault Deutschland will 2016 weiter wachsen. Er rechne mit einem Absatzplus im Handel von 10 Prozent, sagte Christophe Mittelberger, Vertriebsvorstand Renault Deutschland, bei der Jahrespressekonferenz in Düsseldorf. Auf detaillierte Zahlen wollte sich der Importeur nicht festlegen: Unterm Strich soll die Kernmarke 2016 ihren Marktanteil steigern.

Dazu sollen vor allem die neuen Modelle beitragen: Mit Mégane und Talisman bringen die Franzosen neue Fahrzeuge im C-Segment, der Scénic kommt am Ende der zweiten Jahreshälfte auf den Markt. Zudem geht das SUV Kadjar in sein erstes volles Verkaufsjahr. „In Deutschland spielen sich 45 Prozent des Marktes im C-Segment ab“, so Olivier Gaudefroy, Vorstandsvorsitzender Renault Deutschland.

Hier wollen die Franzosen angreifen und an alte Zeiten anknüpfen. Vom Talisman-Vorgänger Laguna verkaufte Renault Deutschland in guten Jahren rund 33.000 Einheiten. „In einem vollen Verkaufsjahr erwarten wir mindestens die Hälfte“, gibt Mittelberger vor. Ähnlich ambitioniert sind die Erwartungen auch bei seinen anderen neuen Modellen. Während der Mégane derzeit lediglich auf Platz 12 im C-Segment dahin dümpelt, soll sich die Neuauflage „den Top 3 nähern, Top 5 muss drin sein“. Dagegen hat Renault die Potenziale in den kleineren Segmenten A und B mit Twingo und Clio bereits ausgeschöpft und setzt auf Stabilität.

Das Wachstum in den höheren Segmenten soll sich für die Händler auch in einer höheren Rendite auszahlen. Im abgelaufenen Jahr erzielten die Renault-Partner eine Durchschnittsrendite von 1,3 Prozent – das beste Ergebnis seit 2009. „Dabei lagen 50 Prozent der besten Händler weit über zwei Prozent“, betonte Mittelberger. Im nächsten Jahr soll bei den Partnern mehr hängen bleiben. „Wir rechnen mit einer Steigerung der Rendite“, erläuterte der Vertriebsvorstand, ohne genaue Ziele zu nennen.

Zusammen mit Dacia verkaufte die Renault-Gruppe im vergangenen Jahr rund 177.500 Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. Dies entspricht einem Zuwachs von rund 4.600 Einheiten oder 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Die dynamische wirtschaftliche Entwicklung, der stabile Arbeitsmarkt und weiterhin sinkende Rohstoffpreise wirkten sich positiv auf das Automobilgeschäft aus“, resümiert Gaudefroy.

„Die Marke Renault konnte vor allem vom Erfolg der neuen Modelle profitieren und hat Verkäufe und Marktanteil im abgelaufenen Geschäftsjahr gesteigert“, so Gaudefroy im Rahmen der Renault-Jahrespressekonferenz in Düsseldorf. „Auch das Nutzfahrzeuggeschäft hat sich glänzend entwickelt. Mit einem Zuwachs von knapp 16 Prozent etabliert sich Renault mit großem Vorsprung an erster Stelle unter den ausländischen Nutzfahrzeug-Anbietern auf dem deutschen Markt“, führte Gaudefroy weiter aus.

Weniger gut lief es bei der Pkw-Sparte. Den Absatz der Kernmarke steigerte Renault zwar um rund 5 Prozent auf 110.600 Pkw, doch bei der Marktentwicklung von knapp 6 Prozent konnte der Importeur trotz neuer Modelle nicht mithalten. Ausschlaggebend dafür seien vor allem Lieferprobleme gewesen.

Waren die Modelle lieferbar, kamen sie bei den Kunden gut an: Clio (22.400 Einheiten) und Twingo (21.100 Einheiten) waren die Bestseller aus dem Renault-Portfolio. Mit einem Absatz von 16.300 Einheiten erzielte der Captur in seinem ersten vollen Jahr ein gutes Ergebnis.

An die Grenzen des Wachstums ist die Marke Dacia gestoßen. Nachdem die Billigmarke in den vergangenen zehn Jahren den Absatz kontinuierlich gesteigert hat, muss sie nun erstmals rückläufige Zahlen hinnehmen: Die Verkäufe gingen um 3.200 auf rund 47.000 Einheiten zurück. Der Marktanteil sank um 0,2 Punkte auf 1,4 Prozent.

Er rechne mit einer Stabilisierung des Marktanteils im nächsten Jahr, gab Mittelberger einen Ausblick. Bei dem leichten Wachstum, das Renault für den Gesamtmarkt erwartet, dürfte also auch der Absatz von Dacia etwas zulegen.

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43801229 / Wirtschaft)

Plus-Fachartikel

Virtuelle Realität: Wie in echt – nur anders

Virtuelle Realität: Wie in echt – nur anders

Marktforscher beobachten ein wachsendes Interesse von Endkunden an der Virtual-Reality-Technologie. Auch Autohändler können aus dem Einsatz von Datenbrillen einen Nutzen ziehen. Dafür müssen sie nicht erst warten, bis der Hersteller aktiv wird. lesen

Kroschke-Gruppe: Digitalisierte Services

Kroschke-Gruppe: Digitalisierte Services

Der Logistiker stellt dem Automobilhandel mit Kroschke-On ein neues Portal mit einer Reihe von Dienstleistungen rund um die Zulassungen von Fahrzeugen und Flotten zur Verfügung. lesen