VW-Regierungsbeziehungen werden Chefsache

Bereichsleiter Thomas Steg berichtet direkt an den Konzernchef

| Autor: gr/dpa

Beziehungsfachmann Thomas Steg (Foto) berichtet künftig direkt an VW-Konzernboss Matthias Müller.
Beziehungsfachmann Thomas Steg (Foto) berichtet künftig direkt an VW-Konzernboss Matthias Müller. (Foto: VW)

Der Volkswagenkonzern räumt dem Bereich Außen- und Regierungsbeziehungen eine größere Bedeutung und mehr Eigenständigkeit ein. Das Aufgabenfeld wird künftig als eigenständiger Bereich im Ressort von Vorstandschef Matthias Müller geführt. Bereichsleiter Thomas Steg berichtet damit direkt an den Konzernchef. Der 58-Jährige Steg werde zudem die Verantwortung für das Thema Nachhaltigkeit im Konzern übernehmen, heißt es in einer Mitteilung vom Dienstag.

Steg ist seit 2012 Generalbevollmächtigter des Volkswagenkonzerns für Außen- und Regierungsbeziehungen. Der Bereich war bisher Bestandteil der Konzernkommunikation. Der diplomierte Sozialwissenschaftler wurde ab 2002 bundesweit bekannt, als er stellvertretender Regierungssprecher unter Bundeskanzler Gerhard Schröder wurde. Ab 2009 arbeitete er als selbstständiger Kommunikationsberater.

Neue Ermittlungen

Die Bedeutung von Stegs Geschäftsbereich zeigt sich derzeit in der Diesel-Affäre. Am Dienstag gaben nun schwedische Behörden bekannt, Vorermittlungen wegen schweren Betrugs gegen den Autobauer eingeleitet. „Wir werden sehen, ob es einen Anlass gibt, einen Prozess in Schweden einzuleiten“, sagte Oberstaatsanwalt Alf Johansson von der Anti-Korruptionseinheit der Deutschen Presse-Agentur. VW könnte auch eine Strafe drohen. Auf wie viele Fahrzeuge sich die Manipulations-Vorwürfe beziehen, konnte Johansson nicht sagen.

Zudem haben die US-Justizbehörden vor wenigen Tagen die Staatsanwaltschaft Braunschweig offiziell um Rechtshilfe bei der Aufklärung des VW-Abgasskandals gebeten. Derzeit werde der übermittelte Fragenkatalog noch auf Zulässigkeit geprüft. Eine Entscheidung, ob dem Ersuchen stattgegeben werde, sei daher noch nicht getroffen worden, sagte Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe laut der Nachrichtenagentur „DPA“.

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