Opel: Auch 2015 noch tiefrot

Währungseffekte und der GM-Rückzug aus Russland haben das Geschäft belastet

| Autor: dpa/jr

Der Rüsselsheimer Autohersteller schreibt nach wie vor hohe Verluste. Sein Mutterkonzern fährt für 2015 dennoch einen Rekordgewinn ein.
Der Rüsselsheimer Autohersteller schreibt nach wie vor hohe Verluste. Sein Mutterkonzern fährt für 2015 dennoch einen Rekordgewinn ein. (Montage: »kfz-betrieb«)

Wie erwartet haben Opel und Vauxhall 2015 die Verlustzone noch nicht verlassen. Im Europageschäft von General Motors blieb unter dem Strich ein operativer Verlust von 813 Millionen Dollar (umgerechnet rund 744 Mio. Euro) – immerhin eine gute halbe Milliarde weniger als im Jahr zuvor (2014: 1.369 Mio. Dollar). Nach Angaben des Herstellers war der operative Verlust in Europa Im vierten Quartal auf 298 Millionen US-Dollar gesunken – im Schlussquartal 2014 waren es noch 393 Millionen Dollar gewesen.

Unter anderem hatten Währungseffekte und der Rückzug aus dem russischen Markt das Geschäft belastet. Die Rückkehr in die Gewinnzone ist für dieses Jahr geplant. „Wir können uns nicht zurücklehnen und mit dem bisher Erreichten zufrieden sein“, betonte Opel-Chef Karl-Thomas Neumann am Mittwoch in einem Schreiben an die Mitarbeiter. Es müsse alles getan werden, um wieder profitabel zu werden. „Das ist und bleibt zwar ein ambitioniertes Ziel, aber ohne Ehrgeiz gibt es keinen Fortschritt.“

Europaweit musste Opel im vergangenen Jahr etwas an Anteilen auf dem Pkw-Markt abgeben. Das Absatz-Volumen konnte in den vom Herstellerverband ACEA abgefragten europäischen Märkten (ohne Russland) zwar insgesamt um rund 56.000 Einheiten gesteigert werden (+6,3 %). Der Gesamtmarkt wuchs aber 2015 noch stärker (+9,2 %), so dass der Opel-Pkw-Marktanteil in Europa um 0,2 Prozentpunkte auf 6,6 Prozent zurückging. Gemessen am Marktanteil belegt Opel/Vauxhall in Europa derzeit nur Rang 4 unter den Herstellern – erklärtes mittelfristiges Ziel ist Platz 2.

Satter Gewinn für General Motors

Dem US-amerikanischen Mutterkonzern hingegen hat der SUV- und Pick-up-Boom auf dem Heimatmarkt und starke Geschäfte in China einen Rekordgewinn in die Kasse gespült: Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Gewinn von 2,8 Milliarden auf 9,7 Milliarden Dollar (8,9 Mrd. Euro). Der Umsatz ging zwar von 155,9 auf 152,4 Milliarden zurück. Doch das lag am starken US-Dollar, der die Auslandseinnahmen nach Umrechnung in US-Währung schmälert.

GM profitiert besonders von einem durch Billigsprit und günstige Finanzierungszinsen befeuerten Absatz-Boom bei Gelände- und Pritschenwagen in den USA. Zudem ist der Konzern erfolgreich in China. Allein im vierten Quartal stieg der Überschuss im Jahresvergleich von 1,1 auf 6,3 Milliarden Dollar. Allerdings sind die Zahlen stark durch Sonderfaktoren verzerrt und schwer vergleichbar. Im Vorjahr hatte die Bilanz kräftig unter hohen Kosten nach der folgenschweren Affäre um defekte Zündschlösser gelitten.

Aber auch operativ lief es zuletzt besser als erwartet - der um Sonderfaktoren bereinigte Gewinn legte von 2,4 auf 2,8 Milliarden Dollar zu. Den Umsatz hielt GM im Schlussquartal stabil zum Vorjahr bei 39,6 Milliarden Dollar. Dank verbesserter Profitmargen blieb jedoch mehr Geld in der Kasse. Die Prognosen der Analysten wurden mit dem Geschäftsbericht übertroffen. Der Konzern bestätigte seine Jahresziele und will den Gewinn 2016 weiter steigern.

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