Neue Modelle bescheren Renault Gewinnplus

Russische Tochter Avtovaz macht Verluste

| Autor: Christoph Baeuchle

(Renault)

Nach einem ordentlichen Umsatz- und Gewinnsprung im vergangenen Jahr sieht sich Renault weiter auf Wachstumskurs und will die Entwicklung auch 2016 fortsetzen. Der Umsatz der Renault-Gruppe sei um 10,4 Prozent auf 45,3 Milliarden Euro gestiegen, teilte der französische Automobilhersteller mit. Auch unterm Strich blieb dem Konzern deutlich mehr: Nach einen Nettoergebnis von zwei Milliarden Euro im Vorjahr erzielte Renault 2015 einen Gewinn von knapp 3 Milliarden Euro.

Das verlustreiche Geschäft der russischen Tochtermarke Avtovaz war einer der wenigen Wermutstropfen in der Bilanz des Herstellers: Zur Bilanz hat Avtovaz mit einem Verlust von 620 Millionen Euro beigetragen. Das lag am Markt, der quasi im freien Fall ist, und am einbrechenden Rubel-Kurs.

Angepeilte operative Marge schneller erreicht

Entscheidende Fortschritte machte der Autobauer im Kerngeschäft: Die operative Marge legte um mehr als 44 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro zu. Dies entspricht einem Anteil von 5,1 Prozent am Umsatz, nach 3,9 Prozent im Vorjahr.

„Die Ergebnisse 2015 markieren einen entscheidenden Fortschritt zur Erreichung der Ziele unseres Plans ,Drive the Change’”, erklärte Renault-Chef Carlos Ghosn. Die angestrebte operative Marge habe das Unternehmen früher erzielt als erwartet. „Jetzt gilt es, auch unser Umsatzziel zu erreichen und dabei eine Marge von mehr als fünf Prozent zu behaupten.”

Daran arbeiten die Franzosen im laufenden Jahr. „Wir gehen davon aus, dass 2016 ein weiteres gutes Jahr für Renault wird“, betont Ghosn. Umsatz und operative Marge will der Konzern steigern, der Free Cashflow der Automobilsparte soll positiv sein. Im Jahr 2017 will Renault einen Umsatz von mindestens 50 Milliarden Euro erzielen.

Absatzentwicklung der Renault Gruppe 2015

Marke/SegmentAbsatz 2015Veränderung in Prozent
Renault  
Pkw1.822.965+0,6 %
Leichte Nfz347.679+13,0 %
Gesamt2.170.644+2,4 %
Renault Samsung Motors  
Pkw80.028-2,6 %
Dacia  
Pkw511.510+7,8 %
Leichte Nfz39.410+7,2 %
Gesamt550.920+7,8 %
Renault-Gruppe  
Pkw2.414.503+2,0 %
Leichte Nfz387.089+12,4 %
Gesamt2.801.592+3,3 %

Quelle: Renault

Das sind angesichts der zahlreichen neuen Modelle – erneut – eher zurückhaltende Ziele. Zur Vorsicht in der Zentrale tragen vor allem die Schwellenländer bei. So erwartet Renault beispielsweise in Russland ein weiteres Mal einen zweistelligen Marktrückgang. Weltweit geht Renault von einem Wachstum von ein bis zwei Prozent aus.

Zweistelliges Absatzplus in Deutschland erwartet

Renault Deutschland ist zuversichtlicher: Hier erwartet der Importeur von seinen Händlern ein zweistelliges Absatzplus. „Wir sind in Deutschland auf dem richtigen Weg“, stellte Stefan Müller klar, der bislang als Executive Vice President für Europa zuständig war. In den vergangenen Jahren hat Renault Fortschritte im A- und B-Segment erzielt, nun soll das C- und D-Segment nachziehen. „In diesen beiden Segmenten werden wir in den nächsten beiden Jahren stark wachsen.“

Ein besseres Ergebnis im vergangenen Jahr haben wohl die Lieferengpässe bewirkt. Dennoch legte die Autosparte deutlich zu: Bei einem Umsatz von 43,1 Milliarden Euro (+11 %) erzielte die Renault-Gruppe eine operative Marge von 1,5 Milliarden Euro (+ 74,4 %). Insgesamt lag ihr Anteil bei 3,5 Prozent, nach 2,2 Prozent im Vorjahr. Dabei hat Renault vor allem von Kostensenkungen und mehr Verkäufen profitiert. Negativ wirkte sich der Preis-Produkt-Mix aus (Einführung Euro-6-Norm).

Wenig Verständnis zeigte Ghosn für die Diskussion um die hohen NOx-Werte der Renault-Modelle. „Natürlich unterscheidet sich die reale Fahrsituation gravierend von der Testsituation“, stellte der Renault-Chef klar. Entsprechend gibt es auch bei den Abgaswerten Unterschiede; aber nicht, weil Renault etwas verschleiert oder unerlaubte Mittel nutzt. „Wir folgen den Vorgaben für die Tests“, stellte Ghosn klar. „Diese Regelungen machen die Regierungen.“

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