Das zweite Seat-SUV wird schon konkret

Firmenchef de Meo sieht gute Chancen für Ateca-Bruder

| Autor: Andreas Grimm

Seat-Chef Luca de Meo will den Autobauer auf das „nächsthöhere Level“ führen.
Seat-Chef Luca de Meo will den Autobauer auf das „nächsthöhere Level“ führen. (Foto: Seat)

Kaum hat Seat sein erstes SUV erstmals präsentiert, macht der Chef der spanischen Volkswagentochter Lust auf mehr. Mit dem Ateca lege Seat die Basis für eine ganze SUV-Familie, sagte Luca de Meo der Zeitschrift „Auto Motor und Sport“. Es sei allerdings noch zu früh, Details zu verraten.

Ganz überraschend kommt die Aussage des Seat-Chefs indes nicht. Bereits de Meos Vorgänger Jürgen Stackmann hatte im Sommer 2015 von weiteren Investitionen und Modellen gesprochen, und auch Deutschland-Chef Bernhard Bauer hatte im Gespräch mit »kfz-betrieb« bereits durchscheinen lassen, dass man sich „ein SUV im A0-Segment vorstellen“ könne.

Nach dem Aufflammen des Diesel-Skandals war zwar der Investitionskurs von der Seat-Führung bestätigt worden. De Meos Aussage, „dass wir konkrete Pläne für einen kleinen Bruder des Ateca haben“, dürfte im Handel positiv aufgenommen werden, der derzeit in Erwartung weiteren Wachstums kräftig in Gebäude und Erscheinungsbild investiert. Laut de Meo sollen die SUV-Modelle „das dritte Tischbein für Seat“ sein – neben den Ibiza- und Leon-Modellfamilien.

Im Ateca sieht de Meo die Chance, mit der Marke einen Sprung nach vorne zu machen und das Marken-Image weiterzuentwickeln. Seine Aufgabe als Seat-Chef sei es, die Marke „auf das nächsthöhere Level“ zu führen. „Da reden wir von der Zeit nach 2020. Aber vielleicht haben wir ja schon früher die Möglichkeit, eigenständigere Produkte zu entwickeln.“

Marktanteile Richtung fünf Prozent entwickeln

Um das Absatzwachstum von Seat am Laufen zu halten, will de Meo in schwachen Märkten prüfen, welche Modelle und Motorisierungen fehlen, um mehr Autos abzusetzen. „Für mich liegt die größere Herausforderung darin, mit unserem bestehenden Angebot die einzelnen Märkte in der Tiefe zu durchdringen“, erklärt de Meo. „Sie brauchen nämlich eine kritische Masse, um überhaupt wahrgenommen zu werden – um auf die Einkaufslisten potenzieller Kunden zu kommen.”

Den Absatz von 95.000 Autos in Deutschland im Jahr 2015 nennt de Meo in diesem Zusammenhang „gut“. Nicht zufrieden ist er mit den Verkaufszahlen in Italien, wo Seat zuletzt nur 16.000 Fahrzeuge absetzte. „Hier können wir uns klar verbessern. Aber warum ist das so? Fehlen wichtige Varianten? Motorisierungen? Wir fliegen in einigen Märkten einfach unter dem Radar der Kunden“, weiß der neue Seat-Chef. Um das zu ändern, sei ein Marktanteil von etwa fünf Prozent nötig. „Das ist das Ziel.“

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