Selbstfahrende Nissan-Pkw kommen bis 2020

Renault-Nissan-Chef fordert klare Rahmenbedingungen

| Autor: gr/dpa

Mit dem Qashqai Premium Concept zeigt Nissan in Genf Premiumqualitäten und seine Vorstellungen vom autonomen Fahren.
Mit dem Qashqai Premium Concept zeigt Nissan in Genf Premiumqualitäten und seine Vorstellungen vom autonomen Fahren. (Foto: Nissan)

Der französisch-japanische Autokonzern Renault-Nissan erwartet vom Gesetzgeber möglichst bald klare Vorgaben für Elektroautos und autonomes Fahren. Die Autoindustrie müsse wissen, mit welchen Vorgaben die Klimaziele erreicht werden sollten, sagte Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn am Dienstag auf dem Genfer Autosalon. Bisher verfolgten die Hersteller unterschiedliche Ansätze, auch weil viele Vorgaben noch unklar seien.

Dass der Konzern klare Regeln einfordert, hat mit den eigenen Produktplanungen zu tun. In Genf gab Nissan bekannt, dass der Qashqai mit der für 2017 geplanten Modellpflege als halbautonom fahrendes Modell zu haben sein wird. Noch in diesem Jahr will der Autobauer die Serienreife der Technik in Europa mit Demonstrationsfahrten unter Beweis stellen.

Genfer Salon 2016: Schluss mit Zurückhaltung

„Der Nissan Qashqai gilt seit jeher als Wegbereiter. Konsequenterweise sollen die Kunden mit dem Crossover bereits ab 2017 die Zukunft der Mobilität erfahren können“, sagte Paul Willcox, Vorstandvorsitzender von Nissan Europe, in Genf. Der halbautonome Qashqai ist für ihn ein Zwischenschritt. Echte selbstfahrende Autos will Nissan im Jahr 2020 auf die Straßen bringen. Sie sollen dann sicher und selbstständig Kreuzungen überqueren sowie den innerstädtischen Verkehr meistern.

Den Angaben zufolge soll der halbautonome Qashqai nicht nur den Abstand zu vorausfahrenden Verkehrsteilnehmern halten können, sondern mit sanften Lenkimpulsen auch in der Spur bleiben. Damit soll der Fahrer zeit- und streckenweise entlastet werden, zum Beispiel in Staus und stockendem Verkehr. Das „Single-Lane Control“ genannte System sei bereits ausgiebig getestet worden.

Auf dem Genfer Salon bekräftigte Ghosn zudem den Kurs des Konzerns in der Elektromobilität. Weltweit stamme jedes zweite E-Auto von Renault-Nissan. Die Vergangenheit habe gezeigt, dass staatliche Kaufprämien die Nachfrage ankurbeln könnten. In China gebe es zudem sehr großes Interesse an E-Autos, jedoch seien die angebotenen Fahrzeuge noch zu teuer: „Wir müssen billige E-Autos bauen“, folgerte Ghosn.

Dieselmotoren seien für das Klima zwar weit besser als Benziner, aber der hohe Dieselanteil in Europa werde sinken, sagte Ghosn. Es werde immer teurer, die Dieselmotoren noch effizienter zu machen. Die weltweite Nachfrage nach Autos wird nach Schätzung des Renault-Nissan-Chefs dieses Jahr um „ein bis höchstens zwei Prozent“ wachsen.

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