Volkswagen setzt auf die digitale Zukunft

Matthias Müller skizziert die Entwicklungsprojekte

| Autor: Thomas Günnel

VW-Konzernchef Matthias Müller skizzierte auf dem VW-Konzernabend vor Beginn des Genfer Salons die Zukunft des Konzerns.
VW-Konzernchef Matthias Müller skizzierte auf dem VW-Konzernabend vor Beginn des Genfer Salons die Zukunft des Konzerns. (Foto: VW)

Matthias Müller hat während des Konzernabends in Genf einen Ausblick auf den künftigen Weg der Marke gegeben. Die Kernbotschaft des Volkswagen-Konzernschefs waren drei neue „Volkswagen Group Future Center“. In diesen Denkfabriken sollen Designer und Digitalisierungsexperten gemeinsam das Auto der Zukunft entwickeln.

„Wir stellen unser Konzerndesign für das digitale Zeitalter neu auf“, sagte Müller zum Auftakt. Zudem wurde eine Offensive für das „Autonome Fahren“ auf den Weg gebracht. Ziel ist, diese Kerntechnik schneller als der Wettbewerb zur Marktreife zu führen. Die beiden Richtungsentscheidungen betonen die Überzeugung des Konzerns, dass sich mit der Digitalisierung neue Geschäftsfelder und Umsatzpotenziale eröffnen. „Für den Volkswagenkonzern rückt die digitale Transformation deshalb ganz nach oben auf der Agenda“, sagte Müller.

Genfer Salon 2016: Schluss mit Zurückhaltung

Für den Wandel stand beim Konzernabend auch der Auftritt von Johann Jungwirth, der seit November 2015 im Volkswagen Konzern den Bereich „Digitalisierung“ leitet. Jungwirth machte deutlich, wohin die Neuausrichtung des Konzerns zielt: „Ich bin der festen Überzeugung, dass wir bis 2025 zum führenden Mobilitätsanbieter avancieren werden.“ Dafür werde sich der Volkswagenkonzern „zum Teil zu einem Software- und Services-Konzern“ entwickeln.“

Denkfabriken für die Kernmärkte

Volkswagen will zudem die Bereiche Digitalisierung und Design stärker verzahnen. Die drei „Volkswagen Group Future Center“ entstehen in Potsdam, in Kalifornien und in China. Dort arbeiten Designer und Digitalisierungsexperten künftig gemeinsam am Auto der Zukunft. Volkswagen will damit bei Kundenerlebnis, Interface-Design, Bedienlogik, neuen Innenraumkonzepten sowie Info- und Entertainment „Best-in-Class“ sein.

Die Leitung des Konzernbereichs Design hat seit Januar Michael Mauer. Die Neuausrichtung erfolgt im engen Schulterschluss mit dem Konzernbereich Digitalisierung. Das Studio in Potsdam hat seine Arbeit in der neuen Ausrichtung bereits aufgenommen. Über die Standorte der neuen Center in Kalifornien und Asien will das Unternehmen in Kürze entscheiden. Die Zukunft zu gestalten gelinge aber nur, betonte Konzernchef Müller, „wenn wir zugleich aus den Fehlern der Vergangenheit lernen.“

Für den Volkswagen-Konzern sei das laufende Jahr daher eine entscheidende Etappe: „2016 ist das Jahr, in dem wir das Problem mit unseren Diesel-Motoren für die Kunden lösen wollen, und den Konzern für die Zukunft neu ausrichten. Dieser doppelten Aufgabe stellen wir uns – mit dem nötigen Respekt, aber auch in der festen Zuversicht, dass dieser Konzern mit seinen Marken gestärkt aus dieser schwierigen Phase hervorgehen kann und wird“, zeigte sich Müller optimistisch.

Abgas und Elektromobilität

Die Aufarbeitung des Abgasthemas komme gut voran, die Rückrufaktion sei in Europa erfolgreich gestartet. Müller bekräftigte zudem, dass der Konzern in absehbarer Zeit einen substanziellen Bericht zum Stand der Aufklärung der Vorkommnisse vorlegen werde: „Und wir werden die richtigen Konsequenzen aus den Erkenntnissen ziehen.“ An der Elektromobilität arbeitet der Hersteller ebenfalls. Aktuell sind neun Elektroautos und Plug-In-Hybride im Programm. Bis 2020 kommen 20 zusätzliche Modelle hinzu.

„Rein elektrische Reichweiten von mehr als 500 km sind bis Ende des Jahrzehnts machbar. Die Ladezeiten werden auf die Dauer einer Kaffeepause sinken. Und auf lange Sicht wird das Elektroauto weniger kosten als ein Auto mit Verbrenner“, sagte Müller. Allerdings brauche es eine gemeinsame Kraftanstrengung von Wirtschaft und Politik, vor allem beim Aufbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur, damit sich die E-Mobilität schneller am Markt durchsetzen könne. Auf dem Weg dahin wird es aber noch einige Jahre eine Koexistenz neuer Antriebe und herkömmlicher Verbrennungsmotoren geben, machte der Konzernchef in Genf klar.

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43905474 / Wirtschaft)

Plus-Fachartikel

Metromarkt Stuttgart: Das Premiumländle

Metromarkt Stuttgart: Das Premiumländle

Alles, was in der Automobilbranche Rang und Namen hat, ist hier vertreten: Neben den Automobilherstellern buhlen im Mercedes-Land viele große Händlergruppen um die Gunst der Kunden. Aber auch kleine Betriebe haben eine Chance. lesen

Entgeltfortzahlung: Versichern und sparen

Entgeltfortzahlung: Versichern und sparen

Die Krankschreibungen in Deutschland haben im ersten Halbjahr 2016 den höchsten Stand seit 20 Jahren erreicht. Im Schnitt dauerte die Erkrankung länger als zwölf Tage – eine Zeit, in der Unternehmen Lohn und Gehalt weiterzahlen müssen. lesen