Nissan fordert schnelle E-Prämien-Entscheidung

PSA erhöht Preise für Elektrofahrzeuge

| Autor: Christoph Baeuchle

Kaufprämie für Elektrofahrzeuge sorgt für Spannung.
Kaufprämie für Elektrofahrzeuge sorgt für Spannung. (Bild: VBM-Archiv)

Statt lange über das Für und Wider einer Kaufprämie für Elektrofahrzeuge und deren Ausgestaltung zu diskutieren, fordert Nissan eine schnelle Entscheidung. „Wenn die Politiker lange diskutieren und die Förderung erst viel später kommt, ist es besser, es gibt gar keine Kaufprämie“, sagte Thomas Hausch, Geschäftsführer Nissan Center Europe, gegenüber »kfz-betrieb«. „Denn damit werden Kunden vom Kauf abgehalten.“

In Politik und Wirtschaft ist die Einführung einer Prämie umstritten. Nachdem Verkehrsminister Alexander Dobrindt die Unterstützung zunächst abgelehnt hatte, ist er nun dafür. Auch Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel und Ministerpräsident Horst Seehofer unterstützen deren Einführung. Dagegen lehnt Finanzminister Wolfgang Schäuble die staatliche Stütze ab.

„Einen Anschub zu leisten, ist wichtig“, ist Hausch überzeugt. „Es geht in erster Linie darum, wie man eine Gesellschaft auf eine andere Ebene bekommt. Wie groß die Bedeutung einer solchen Unterstützung ist, hat sich zum Beispiel beim 100.000-Solardächer-Programm gezeigt.“ Damit forderte die Bundesregierung zwischen 1999 und 2003 die Einführung von Fotovoltaikanlagen und verhalf der Branche zum Durchbruch. Um den Markt für Elektrofahrzeuge in Deutschland anzuschieben, würde ein Betrag von 5.000 Euro aus Sicht des Geschäftsführers reichen.

Dieser steht auch in dem zuletzt bekannt gewordenen Vorschlag für eine Kaufprämie. Er sieht eine Unterstützung von 5.000 Euro für Privatpersonen und 3.000 Euro für gewerbliche Käufer vor. 40 Prozent davon sollen die Unternehmen übernehmen.

PSA-Preise ziehen wieder an

Zahlreiche Hersteller stützen ihre E-Fahrzeuge ohnehin. „Wir haben zurzeit keinen Elektrobonus“, erläutert Hausch. Bis vor Kurzem gewährte Nissan E-Auto-Käufern einen Nachlass von 5.000 Euro, den das Fabrikat „Elektrobonus“ nannte. „Kommt eine Kaufprämie, richten wir unsere neuen Maßnahmen darauf aus. Ich gehe davon aus, dass wir noch mehr unterstützen, als von der Regierung erwartet.“

Dagegen haben die Preise bei den beiden PSA-Elektrofahrzeugen wieder angezogen. Nachdem Peugeot und Citroën Anfang September 2015 ihre Preise für die beiden Elektrozwillinge Ion und C-Zero kräftig gesenkt hatten, folgte nun gut sechs Monate später die Kehrtwende. Statt der 17.850 Euro müssen Kunden seit März 19.390 Euro zahlen. Das Unternehmen begründet die angehobenen Preise mit höheren Transportkosten und einer Verschlechterung des Wechselkurses.

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