Ghosn: Keine Angst vor Apple, Google und Co.

Renault-Nissan-Chef erwartet 2016 starkes Wachstum

| Autor: Christoph Seyerlein

Carlos Ghosn erwartet keinen Einstieg der Tech-Riesen in die Autoproduktion.
Carlos Ghosn erwartet keinen Einstieg der Tech-Riesen in die Autoproduktion. (Foto: Renault)

Renault-Nissan-Chef Carlos Ghosn hat keine Angst davor, dass Tech-Giganten wie Google oder Apple klassischen Autoherstellern das Geschäft streitig machen werden. Vielmehr solle die Autoindustrie die Möglichkeiten, die solche Firmen der Branche bieten, annehmen und begrüßen, sagte der 62-Jährige laut einem Bericht des Fachmagazins „Automotive News“ am Rande der New York Auto Show.

Ghosn argumentierte, dass die Technologie-Konzerne kein Interesse daran haben, selbst zu Autobauern zu werden, da das Ertrags-Potenzial zu gering sei. Vielmehr streben die Firmen aus dem Silicon Valley in seinen Augen an, als Zulieferer der Autobauer für hochwertige und profitable Tech-Angebote zu agieren.

Gegen eine künftige Konkurrenz-Situation sprechen laut Ghosn auch die finanziellen Voraussetzungen: Die Tech-Riesen seien reich genug, um Autohersteller aufzukaufen, falls sie tatsächlich in das Geschäft einsteigen wollten. „Sie hätten das schon längst tun können“, sagte Ghosn.

Ghosn erwartet massive Veränderungen

Nichtsdestotrotz sieht der Renault-Nissan-Chef die Branche vor einem nie dagewesenen Wandel. Er erwarte, dass sich die Branche in den nächsten fünf Jahren stärker verändere als in den letzten 50. „Drei Trends werden die Industrie in einem Ausmaß verändern, wie wir es uns noch gar nicht vorstellen können – Elektromobilität, autonomes Fahren und Vernetzung“, sagte Ghosn.

Hersteller hätten dabei keine andere Chance, als diese Veränderungen als neue Möglichkeiten zu begreifen. „Diese neue Herausforderung ist fruchtbar für unsere Industrie. Wir müssen eine Menge von den Tech-Firmen lernen, und sie müssen genauso viel von uns lernen“, sagte Ghosn.

Optimistische Vorhersage für 2016

Für 2016 verbreitet Carlos Ghosn viel Optimismus. Die Autoindustrie werde die Vorhersagen für den Absatz in diesem Jahr in den USA und in Europa übertreffen, sagte Ghosn. Für den US-Markt erwarte er beispielsweise ein Wachstum von zwei Prozent. Erste Vorhersagen schätzen das Absatzvolumen dort in diesem Jahr auf 17,8 Millionen Autos. Erst 2015 hatten 17,5 Millionen verkaufte Fahrzeuge einen neuen Rekord für die Vereinigten Staaten bedeutet.

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43956937 / Wirtschaft)

Plus-Fachartikel

Mobilität 2026: Fahrt mit unbekanntem Ziel

Mobilität 2026: Fahrt mit unbekanntem Ziel

Autonomes Fahren, Elektroautos und Mobilität auf Abruf: Der Autobranche stehen bewegte Jahre bevor. Neben neuen Playern sorgt vor allem das sich wandelnde Mobilitätsverhalten aktuell für viel Aktionismus unter den Herstellern. lesen

High Potentials (Teil 7): Geld allein reicht nicht

High Potentials (Teil 7): Geld allein reicht nicht

Attraktive Arbeitsplätze gibt es immer auch bei der Konkurrenz. Geht es Autohäusern darum, Potenzialträger zu binden, sollten sie deren persönliche Ziele kennen und gerade dem Nachwuchs ermöglichen, im Team zu wachsen. lesen