ZF will autonome Transporter bauen

Produktion soll 2019 starten

| Autor: Claus-Peter Köth

Ab Mitte 2018 wollen die Partner erste Testflotten mit ihrem neuen Elektrotransporter beliefern.
Ab Mitte 2018 wollen die Partner erste Testflotten mit ihrem neuen Elektrotransporter beliefern. (Bild: ZF/E-Go)

Über seine Tochter „Zukunft Ventures“ hat ZF am Donnerstag ein Joint Venture mit dem Aachener Start-up E-Go Mobile verabredet. Ziele des geplanten Gemeinschaftsunternehmens E-Go Moove sind Entwicklung, Produktion und Vertrieb eines autonomen Transporters für Personen und Lasten. Ein erster Prototyp wurde jetzt auf dem Campus der RWTH Aachen vorgestellt. Torsten Gollewski, Leiter der ZF-Vorentwicklung und Geschäftsführer der Zukunft Ventures GmbH, rechnet damit, dass das Joint Venture in Kürze unter Dach und Fach sein wird und somit rasch die Arbeit aufnehmen kann. Mitte nächsten Jahres wollen die Partner erste Testflotten beliefern. Die Serienproduktion soll dann im Jahr 2019 starten.

Die Zukunft Venture GmbH strebt eine Minderheitsbeteiligung an. Für das Gesamtprodukt – sozusagen als Fahrzeugbauer – zeichnet E-Go Moove verantwortlich, ZF bringt das Antriebssystem ein. Darüber hinaus wird der Zulieferer seine ADAS-, Fahrwerks- sowie Sensor-Fusion-Technologien beisteuern. Die gemeinsam mit Nvidia entwickelte Supercomputing-Steuerbox „ZF Pro AI“ wird dabei als ins Fahrzeug integriertes, Cloud-updatefähiges System eine zentrale Rolle spielen. Die lernfähige, auf Künstliche-Intelligenz-Algorithmen für Vehicle-to-Infrastructure-Applikationen ausgelegte Box kann laut Hersteller mit anderen Fahrzeugen und mit der Umgebung kommunizieren und so im Sinne einer Schwarmintelligenz Fahrzeugflotten sicherer und effizienter machen. „Das Joint Venture bietet uns eine sehr gute Möglichkeit, einen autonomen People- und Cargo-Mover kurzfristig zu entwickeln und in den Markt zu bringen“, erklärt Gollewski.

ZF-Chef Stefan Sommer ergänzt: „Autonome, vernetzte und damit hochflexible E-Shuttle-Fahrzeuge werden in den urbanen Ballungszentren der Zukunft eine bedeutsame Rolle als gleichermaßen sichere, komfortable, effiziente wie umweltschonende Verkehrsträger spielen.“

Kostengünstig industrialisieren

E-Go Mobile hat auf dem Aachener Campus eine weitgehend vernetzte Industrie-4.0-Infrastruktur installiert, mit der effizient homologationsfähige Fahrzeuge aufgebaut und serientauglich entwickelt werden können. „Mit dem starken Partner ZF können wir nun schon kurzfristig Städten und den Treibern neuer Mobilität zulassungstaugliche Testflotten anbieten, da unsere Start-up-Dynamik mit der Industrialisierungskompetenz und dem Marktzugang von ZF zusammenkommt“, sagt E-Go-Gründer Günther Schuh. Das vereinbarte Joint Venture wird seinen Sitz in Aachen haben. Dort haben Ingenieure sowie Fertigungs- und Vertriebsexperten bereits die Arbeit aufgenommen, um einen zügigen Markteintritt zu ermöglichen.

ZF sieht weltweit großes Potenzial bei elektrischen und autonomen Fahrzeugen sowohl für die Beförderung von Personen als auch für Lastentransporte. Eine von ZF im November 2016 veröffentlichte Studie prognostiziert bis 2030 sehr hohe Zuwächse vor allem im innerstädtischen Logistikbereich. Das neue Joint Venture soll diesen Markt bearbeiten.

Die E-Go Mobile AG ist ein Elektroauto-Startup zur Entwicklung und Herstellung von Elektrofahrzeugen mit Sitz im Cluster Produktionstechnik auf dem RWTH Aachen Campus. Im Frühjahr 2015 gründete Prof. Günther Schuh das Unternehmen, nachdem er bereits 2009 die Street Scooter GmbH mit initiierte. Von diesen Erfahrungen profitieren die bisher 85 Mitarbeiter, die heute in agilen Teams daran arbeiten, Elektrofahrzeuge für den Kurzstreckenverkehr kostengünstig herzustellen.

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