Motorradbestand erreicht historisches Hoch

Chancen fürs Servicegeschäft: Hierzulande existieren 5,26 Millionen motorisierte Zweiräder

05.03.2003 | Redakteur:

204.129 mal wurde in Deutschland im vergangenen Jahr für ein Motorrad oder einen Roller erstmals ein Nummernschild geprägt. Im Mittelpunkt des Interesses der Zweiradfans standen dabei Motorräder mit großem Hubraum und viel Leistung. Sportives Image, Reisequalitäten und große Leistungsreserven sind also nach wie vor die Kaufargumente für Biker in Deutschland. Nach Hochrechnungen des Industrie-Verbandes Motorrad Deutschland gibt es mit rund 5,26 Millionen motorisierten Zweirädern so viele Fahrzeuge wie noch nie.

"Auch für die Motorradbranche gestaltete sich das Wirtschaftsjahr 2002 schwierig", so IVM-Geschäftsführer Reiner Brendicke auf der Dortmunder "Motorräder 2003". Das erste Quartal entwickelte sich mit einem Plus von 4,5 Prozent bei den Motorrädern über 125 cm3 zunächst vielversprechend. Doch die einsetzende Teurowelle verunsicherte die Kunden und bewirkte offenbar eine deutliche Kaufzurückhaltung.

Zum Jahresende weist die Statistik eine Zahl von 145.369 neuzugelassenen Motorrädern über 125 cm3 aus. Vergleiche man dieses Segment mit den sportlich ausgelegten PKW, so schneide das Motorrad laut Brendicke trotz des Rückgangs von rund 8,2 Prozent positiv ab, denn die Automobilbranche verzeichnete bei den sportlichen Autos einen Rückgang von fast 10 Prozent.

Suzuki ist nach wie vor der Hersteller mit dem größten Marktanteil in Deutschland. Über 20 Prozent aller Motorrad-Neuzulassungen kommen aus dem Hause Suzuki. Bereits auf Platz zwei findet sich ein deutsches Unternehmen. Mit seinen Erfolgsmodellen aus der 1150er Reihe und der F 650 erreichte BMW 18,1 Prozent des Marktanteils und schob sich so vor Honda (17,3 Prozent).

Den größten prozentualen Zuwachs konnte der österreichische Hersteller KTM verzeichnen. Um fast 13 Prozent konnte der Endurospezialist seinen Marktanteil im Vergleich zum Vorjahr steigern.

Im Vergleich der Segmente ist kaum eine Bewegung festzustellen. Den größten Zuwachs (1,5 Prozent) erreichte das Segment der Sportler. Aus diesem Bereich kommen nun die meisten in Deutschland neu zugelassenen Motorräder. Mit einem leicht positiven Trend schlossen die Enduros und Reiseenduros sowie die Tourer und Luxustourer das Jahr 2002 ab, während die Segmente der klassischen Motorräder, der Supersportler und der Chopper und Cruiser einen leichten Rückgang verzeichnen mussten.

Der im Jahre 2002 in Deutschland vorherrschende Trend ist eindeutig: Die Motorradfahrer hierzulande bevorzugen Bikes mit großen und leistungsstarken Motoren. So macht zum ersten Mal die Klasse der Motorräder mit über 1.000 cm3 und mehr als 72 kW den größten Teil der Neuzulassungen aus.

Im Juni wird der neue IVM-Präsident gewählt. Marco v. Maltzan war Ende Januar zurückgetreten und als Vorstandsvorsitzender zur Beru AG gewechselt. Bis zu den Neuwahlen wird Bert Poensgen, Bereichsleiter Marketing und Vertrieb bei Suzuki Deutschland und erster stellvertretender Präsident des IVM, das Amt des Präsidenten kommissarisch innehaben.


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