08.09.2008 | Autor: Steffen Dominsky

Was gibt es Schöneres als den eigenen Nachwuchs? Der Vater steht mit stolz geschwellter Brust im Kreissaal, die Nabelschnur ist noch nicht durchtrennt. Ein weiterer Stammhalter ist im Anmarsch. So oder ähnlich fühlt sich gerade das Unternehmen Texa. Denn die italienische Diagnoseschmiede präsentiert dieser Tage ihr jüngstes Familienmitglied.
Einziger Unterschied: Die Schnur bleibt – im Gegensatz zu Mensch und Säugetier – dran. Denn genau das ist der Clou des neuen Axone Direct. Im Gegensatz zu seinem großen Bruder Axone Pad stellt er die Verbindung zwischen sich und dem Fahrzeug direkt über ein Kabel her. Das Zwischenschalten der Fahrzeugschnittstelle Tribox bzw. Navigator entfällt bei ihm. Der große Vorteil: Was nicht da ist, kostet auch kein Geld. Das heißt, die Werkstatt spart sich die Anschaffung dieses Moduls und das Diagnosegerät wird in Summe günstiger. Gerade für den Bikebetrieb ein wichtiger Aspekt, muss er doch mit ganz anderen Anschaffungskosten kalkulieren als die Kollegen aus Pkw- und Lkw-Werkstatt.
Die Nachteile des neuen Testers? Keine – für den Bikebetrieb. Im Gegensatz zu den anderen Vertretern der Axone-Familie kommuniziert er nicht via Bluetooth mit dem Fahrzeug – was er auch nicht muss. Denn ein Motorrad ist klein und handlich. Einen Innenraum gibt es nicht und die Distanz zwischen „Motorraum“ und Rückleuchte ist erfreulich kurz.
Derart gerüstet kann der Zweiradmechaniker mit dem Axone Direct Sensoren und Aktoren prüfen, d. h. so genannte Stellgliedtests durchführen. Er kann Fehlerspeicher auslesen und löschen, Messwerte erfassen und auswerten sowie Codierungen und Rückstellungen z. B. von Wartungen vornehmen. Zudem kann er im Fall eines Teiletauschs (z. B. des Motorsteuergeräts) Grundeinstellungen und Anpassungen ausführen.
Das ermöglicht dem Anwender die ICD 3 compact, so der Na-me der Texa-Diagnosesoftware. Dank ihr können Zweiradbetriebe die Modelle von derzeit mehr als 35 Zweiradherstellern – von Adiva bis Yamaha – diagnostizieren. Doch damit nicht genug: Fast alle Steuerungen von Motoren, Getrieben und Sicherheitseinrichtungen lassen sich mithilfe dieser Software warten und reparieren – egal ob sie im Zweirad, ATV, Quad oder in Exoten wie einem Schneemobil oder Jetski verbaut sind.
Was die Bedienung des Axone Direct betrifft, ist sein Name Programm. Das heißt, der Mechaniker steuert den Diagnoseablauf direkt über den großen Farb-Touchscreen – kein Tastensammelsurium, über das er navigieren muss. Die Texte und Menübefehle sind – den Teutonen wird’s freuen – in bestem Deutsch verfasst. Den Einbauort eines Bauteils oder die Lage der Diagnosedose zeigt der Axone Direct mithilfe von Farbfotos oder sogar kleinen Videofilmen an. Stichwort: „Technik, die begeistert.“
Ein besonderes Schmankerl, das den hohen technischen Anspruch der Texa-Familie verkörpert, ist das Anfang des Jahres vorgestellte Diagnosekonzept der „dritten Dimension“. Dahinter verbirgt sich eine Einrichtung, die fast jeder von uns tagtäglich nutzt. Ihr Name: Google.
Texa hat die weltumspannende Suchmaschine kurzerhand in ihr Diagnosegerät integriert. Benötigt der Mechaniker in der Werkstatt Hilfe, lässt er Google einfach auf dem Texa-Zentralserver in Italien nach entsprechenden Informationen suchen – Stichwort genügt. Alles, was die Werkstatt dazu benötigt, ist W-Lan. Es verbindet den Axone Direct per Funk mit dem Internet.
Die Spannungsversorgung des mit Windows CE arbeitenden Kleinrechners übernimmt ein leistungsstarker Lithium-Ionen-Akku.
Ebenso langlebig wie die Stromversorgung präsentiert sich die Verpackung des neuesten Texa-Sprosses: Der Axone Direct verfügt über ein stabiles Kunststoffgehäuse, das einiges abkann. Es ist spritzwassergeschützt, ölresistent und kann selbst Stürze aus bis zu 1,5 Metern Höhe klaglos ab.
Werkstätten erhalten den neuen Axone Direct mit dem auch bei Bikes weit verbreiteten OBD-Diagnosestecker. Optional bietet Texa ein umfangreiches Adapterset für zahlreiche Fahrzeughersteller an. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt laut offizieller Texa-Liste 3.100 Euro. Wie alle UVPs ist auch diese der freien Kalkulation des jeweiligen Händlers überlassen – Nachfragen lohnt.
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