Bundeswettbewerb für Zweiradmechaniker 2009: Eine Frau schraubt sich zum Titel

Auf dem Treppchen stand ein Bundessieger-Paar

06.11.2009 | Autor: Dieter Thurm

Bundesinnungsmeister Ernst Brehm mit der Bundessiegerin: Tanja Blaumeiser. Sie teilte sich den Gewinn mit ihrem männlichen Kollegen René Giebler.

Am 4. November 2009 fand in den Räumen der Bundesfachschule für Zweiradtechnik in Frankfurt am Main der Bundeswettbewerb für Zweiradmechaniker statt. Eine junge Frau und fünf junge Männer als Landessieger in ihren Bundeslädern beteiligten sich im Fachbereich Motorrad dem Wettbewerb. Sie waren im Vorfeld nach Abschluss der Lehre in den Leistungswettbewerben der Handwerksjugend als Innungs-, Kammer- und Landessieger erfolgreich gewesen. In der Fachrichtung Fahrradtechnik wurde André Figas, Derby Cycle (Cloppenburg) 1. Bundessieger. Der Titel „2. Bundessieger“ wurde zweimal vergeben. An Manuel Schade, P. Hollants und D. Pulvermüller (Frankfurt) und an Philipp Günsch, Hot-Bike (Teningen).

Die Aufgaben

Von der Bundesfachschule wurde alles nötige Material und Zubehör gestellt. Zu Lösen galt es sechs Aufgaben, für jede davon war ein Zeitlimit von 30 Minuten angesetzt. Für jede der sechs Aufgaben war ein Arbeitsplatz eingerichtet, sodass die Teilnehmer nach der Lösung der Aufgabenstellung und Bewertung durch die Jury lediglich ihren Arbeitsplatz zu wechseln hatten, nachdem die jeweilige Ausgangslage wieder hergestellt worden war.

Eine der Aufgaben bestand darin, ein komplett zerlegtes Getriebe ohne technische Unterlagen zusammenzubauen. Eine andere Aufgabe hatte zum Ziel, eine abgerissene Schraube M 6 zu lösen und das Gewindeloch, in dem sie gesteckt hatte, mit einem wieder gangbaren Gewinde zu versehen. Bei der nächsten Aufgabe mussten starke Vibrationen im Vorderbau eines Motorrades lokalisiert bzw. deren Ursache herausgefunden werden, die ab einer bestimmten Geschwindigkeit auftraten. Bei der nächsten Aufgabe hieß es, mit Hilfe einer Rahmenmesslehre den Zustand des Rahmens von einem gebrauchten Motorrad zu überprüfen und insgesamt eine Beurteilung über das Motorrad abzugeben. Als nächste Aufgabe war unter Nutzung eines Testgerätes festzustellen, warum an einem Motorrad kein Bremslicht aufleuchtet. Es war in diesem Zusammenhang ein Anschreiben an den Kunden zu erstellen. Und es sollte der vorhandene Fehler gegebenenfalls behoben werden. Bei der letzten, einer zweiteiligen Aufgabe sollten zuerst verschiedene Regler und Gleichrichtertypen zu Ladesystemen zugeordnet werden. Es galt, die Teile zu prüfen und zu definieren, ob sie auszutauschen sind oder nicht. Die gefundenen Meßwerte waren zu notieren. Anschließend sollten die Kandidaten anhand vorliegender Schaltpläne zeigen, um welche Zündsysteme es sich handele.

Zu jeder Aufgaben musste eine dazu gehörige Dokumentation erstellt werden. Soweit Unterlagen vorhanden, waren diese auch zu nutzen.

Die Umsetzung

Schnell legte sich die anfängliche Spannung bei den jungen Leuten und wich gezielter Geschäftigkeit. Einige Teilnehmer absolvierten ihre Aufgabe gut innerhalb der Zeitvorgabe, manchmal gestaltete es sich schwierig, rechtzeitig fertig zu werden. Die Jury bezeichnete das gezeigte Leistungsniveau der Teilnehmer mit „hoch“. Thorsten Krader und René Hunger bildeten die Jury im Fachbereich Motorrad, sie wurden von Bernhard Gaidosch und Detlef Behmel unterstützt.

Die Sieger

Bundesinnungsmeister Ernst Brehm ehrte die Sieger. Vor Bekanntgabe der Ergebnisse sagte er, wer hier teilgenommen habe, könne sich zur Elite im Zweiradmechaniker-Handwerk zählen. „Alle, die hier dabei waren, haben schon einmal gewonnen und sind Sieger, nämlich in Ihren Bundesländern“, so Brehm. Er empfahl, sich weiter zu bilden, und auch an künftigen Wettbewerben teilzunehmen. So zum Beispiel am 8. und 9. Januar in Luzern eine weitere Chance, an einem Europäischen Wettbewerb sein Können unter Beweis zu stellen.

Die Spannung erreichte ihren Höhepunkt. Dann teilte Brehm mit, es werden bei Punktegleichheit sogar noch Zehntelpunkte mit bewertet. Das ändere nichts daran, dass es in diesem Jahr zwei Bundessieger gebe, was eine äußerst seltene Tatsache sei. Erstmals könne als Bundessieger mit Tanja Blaumeiser eine junge Frau gekürt werden. Sie stammt aus Merzig(Saarland), und hatte bei Zweiradtechnik Arimond GmbH in Merzig gelernt. Weil Tanja Blaumeiser die einzige weibliche Teilnehmerin am Wettbewerb war, musste der andere Bundessieger ein junger Mann sein und das Bundessieger-Paar war perfekt. René Giebler hatte Heimspiel, er stammt aus Frankfurt und hatte seine Ausbildung im Betrieb bei Johann-Georg Leblang und Thomas Maxeiner in Frankfurt erhalten. Weil es zwei Bundessieger gab, wurden keine weiteren Platzierungen genannt. Alle anderen erhielten eine Teilnahme-Bescheinigung am Bundeswettbewerb.


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