100 Jahre prägende Institutionen

Autor / Redakteur: Karin Bayha / Ute Jaxtheimer

Nach einem Jahrhundert noch kein bisschen Müde: »kfz-betrieb« hat das Licht der Welt gemeinsam mit anderen berühmt gewordenen Marken und Institutionen erblickt. Sie alle vereint eine bis heute andauernde Erfolgsgeschichte.

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Im Jahr 1911 hat sich die Moderne Bahn gebrochen: in der Kunst, in der Wirtschaft und auch im gesellschaftlichen Leben. Das Automobil ist bereits 25 Jahre alt, die Motorisierung steigt und demzufolge auch der Informationsbedarf. Ein Ergebnis des Wandels ist der »Automarkt« - unter diesem Namen erschien »kfz-betrieb« bis 1957. Und in das Geburtsjahr des Fachmagazins fallen die Gründungstermine zahlreicher weiterer Produkte und Institutionen, die ihr Jahrhundert prägten.

Blaue Dose mit weißem Inhalt – das sind die Markenzeichen der vielleicht berühmtesten Handcreme der Welt. Sie ruft Erinnerungenwach und bis heute fehlt die sanfte Hautpflegein kaum einem Haushalt.1911 begann die Erfolgsstory der Marke Nivea. Ihre schneeweiße Farbe gab ihr auch ihren Namen, denn Nivea geht zurück auf lateinisch „nix, nivis“ (Schnee). Dass ihre Verpackung ursprünglich gar nicht blau, sondern gelb war, weiß heute kaum noch jemand. Erst 1925 bekam die Dose ihren bekannten blauen Anstrich.

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Nivea gehört heute weltweit zu den Marken, denen Kunden am meisten vertrauen. Drei Menschen legten den Grundstein für diesen Erfolg: Der Chemiker Dr. Isaac Lifschütz entwickelte den Emulgator Eucerit. Dr. Oscar Troplowitz erkannte, dass sich damit Wasser und Öl zu einer Creme binden lassen. Der Dermatologe Prof. Paul Gerson Unna erkannte, dass sich diese Wasser-in-Öl-Emulsion perfekt als Basis für eine kosmetische Hautcreme eignet. Ein qualitativ hochwertiges Produkt, das für alle erschwinglich ist, war das primäre Ziel. In Nivea lebt diese Vision bis heute weiter.

Edle Armbanduhren von Ebel

Im Juli 1911 begann die Ära der „Architekten der Zeit“. Die Schweizer Uhrenmarke Ebel war geboren. Bis heute steht das im schweizerischen La Chaux-de-Fonds gegründete Unternehmen für Pioniergeist, Kreativität und Präzision. Eugène Blum und Alice Lévy ließen die Marke 1911 ins Handelsregister eintragen. Sie steht als Akronym für „Eugène Blum et Lévy“.

Von Beginn an spezialisierte sich das Paar auf Armbanduhren. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kreiierte der Schweizer Uhrendesigner Eddy Schoepfer das signifikante Ebel-Design. Zu erkennen sind die Uhren am fließenden Übergang vom sogenannten Wellenband zum Gehäuse und an den fünf Goldschrauben, mit denen das Glas befestigt ist. Das Unternehmen hat zwei Weltkriege, den Börsencrash in den zwanziger Jahren und in der jüngeren Vergangenheit zahlreiche Besitzerwechsel überstanden, was für das Ansehen und den Wert der Marke Ebel spricht.

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Noch mehr Mobilität - Geburt des Passagierflugs

Der Gründer der Cessna Aircraft Company, Clyde Cessna, brachte sich vor 100 Jahren das Fliegen selbst bei und baute sein erstes Flugzeug. Eine Flugdemonstration in Oklahoma City hatte in ihm die Leidenschaft für das Fliegen geweckt. Cessna hatte sich damals mit seiner Frau in Enid (Oklahoma) niedergelassen und wollte eigentlich einen Autohandel betreiben. Mit dem Umzug nach Kansas im Herbst 1911 begann die Erfolgsgeschichte der Cessna-Flugzeuge. Er arbeitete mit Walter Beech und Lloyd Stearman zusammen und gründete 1927 die Cessna Roos Aircraft Company. Bis heute hat das Unternehmen weltweit mehr als 190.000 Flugzeuge produziert und ausgeliefert.

Der Flughafen Hamburg gehört zu einem der ältesten Verkehrsflughäfen weltweit und ist der dienstälteste in Deutschland. Er steht noch immer an seinem Gründungsstandort. Zwei hochmoderne Terminals und die Airport Plaza müssen heute rund 35.500 Passagiere pro Tag verkraften. Begonnen hat alles mit Graf Ferdinand von Zeppelin, der 1910 in einer Rede vor zahlreichen Hamburgern für die Zukunft der Luftschiffe warb. Sein Appell wurde gehört: Am 10. Januar 1911 gründete sich die Hamburger Luftschiffhallen GmbH (HLG) – das war die Geburtsstunde des Hamburger Flughafens.

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