100 Jahre Stricker: Zurück zu den Wurzeln

Redakteur: Vera Scheid

Mit Fahrrädern hat die Geschichte des Autohauses Stricker vor 100 Jahren begonnen. Auch deshalb bietet der Urenkel des Firmengründers, Mark Stricker, im Jubiläumsjahr wieder E-Bikes in seinem Autohaus an.

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Mark Stricker führt das gleichnamige Autohaus in der vierten Generation.
Mark Stricker führt das gleichnamige Autohaus in der vierten Generation.
(Foto: Scheid)

Von der Fahrradwerkstatt zum Autohaus – Anfang des 20. Jahrhunderts war diese Entwicklung nicht ungewöhnlich. Doch den umgekehrten Weg schlagen nur wenige ein. Das Autohaus Stricker in Horn-Bad Meinberg ging diesen Schritt im Jahr seines 100-jährigen Bestehens aber bewusst.

Mark Stricker, Unternehmer und Gesellschafter, zeigt stolz die E-Bikes, die in seinem Autohaus seit April angeboten werden. Er selbst ist leidenschaftlicher Radfahrer und war von der Idee begeistert, Elektrofahrräder in seinen beiden Autohäusern in Horn-Bad Meinberg und Detmold anzubieten. Denn die 100-jährige Geschichte seines Autohauses hat 1912 mit der Fahrradwerkstatt seines Uropas begonnen.

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Damals gründete Karl Tomas ein Fahrradgeschäft in der Detmolder Innenstadt. Unter dem Namen Excelsior baute er dort ab 1922 auch selbst Fahrräder. Der Schwiegersohn Kurt Stricker, der Kfz-Mechaniker war, übernahm 1934 das Geschäft und verkaufte ab 1936 auch Motorräder. Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Firma zum Stützpunkt für NSU-Motorräder und Roller. 1962 wurde aus dem Fahrrad- und Motorradgeschäft ein Autohandel mit Werkstatt der Marke NSU. Sechs Jahre später übernahmen Kurt und Rolf Stricker den Betrieb von ihrem Vater.

Nach der Fusion von NSU und Audi konnte der Betrieb mehr Fahrzeuge anbieten – der Platz wurde eng. Unter der Leitung von Kurt Stricker entstand deshalb 1971 in Horn ein neuer Betrieb; das Geschäft in Detmold wurde geschlossen. Nach dem Zusammenschluss von VW und Audi wurde Stricker 1975 zum VW- und Audi-Handelsplatz.

Heute führt Mark Stricker das Familienunternehmen in der vierten Generation. Er stieg 1993 in den Betrieb ein, nachdem er eine technische und eine kaufmännische Ausbildung sowie seinen Betriebswirt gemacht hatte. Sein Vater zog sich damals schon aus dem operativen Geschäft zurück und überließ seinem 25-jährigen Sohn die Geschicke: „Es war eine große Last und zugleich eine große Chance für mich. Denn so konnte ich meine eigenen Ideen verwirklichen“, resümiert Mark Stricker. „Für mich war von Anfang an klar, dass ich in das Autogeschäft einsteigen will.“

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