Mercedes 120.000 Rückrufe in Deutschland – 2,6 Millionen in China

Autor / Redakteur: dpa/gr / Jakob Schreiner

Der Autobauer ruft in Deutschland derzeit Fahrzeuge der C- und GLC-Baureihen in die Vertragswerkstätten. Mercedes holt damit der Streit um das Kältemittel 1234yf wieder ein. In China führt ein Software-Update gleich zum Rückruf von Millionen Fahrzeugen.

Laut dem Kraftfahrt-Bundesamt sind von dem Rückruf weltweit exakt 264.393 C-Klasse- und GLC-Fahrzeuge der Baujahre 2016 bis 2020 betroffen.
Laut dem Kraftfahrt-Bundesamt sind von dem Rückruf weltweit exakt 264.393 C-Klasse- und GLC-Fahrzeuge der Baujahre 2016 bis 2020 betroffen.
(Bild: © Daimler AG)

Mercedes-Benz ruft wegen eines möglichen Fehlers an einem Brandschutzsystem in Deutschland exakt 120.766 Fahrzeuge zurück. Betroffen sind C-Klasse und GLC-Fahrzeuge der Baujahre 2016 bis 2020. Bei dem Rückruf geht es um eine eventuell fehlerhafte Verbindung von Gasleitungen im sogenannten Inertisierungssystem, wie ein Sprecher am Donnerstag bestätigte. Das dient dazu, bei einem Unfall Argon-Gas zu verteilen, damit das R1234yf-Kältemittel der Klimaanlage bei Kontakt mit heißen Motorteilen nicht in Brand gerät.

Die Autos sollen in der Werkstatt überprüft und mögliche Fehler an den Gasleitungen ausgebessert werden. Weltweit müssen laut dem Kraftfahrt-Bundesamt 264.393 Fahrzeuge in die Vertragswerkstätten.

Ein ähnliches Problem war bereits vor einigen Monaten aufgetaucht. Im Juni 2020 hatte der Hersteller einen weltweiten Rückruf der A-Klasse und des CLA (Baureihen 177 und 118) gestartet, der allerdings nur rund 1.100 Einheiten betraf. Auch in diesen Fällen bestand die Gefahr, dass eine fehlerhafte Verbindung der Gasleitung an den Gasgenerator der Inertisierungsanlage einen Brand nicht verhindern könnte.

Daimler sträubte sich gegen R1234yf

Nachdem die Verwendung des Kältemittels R134a verboten worden war, weil es den Treibhauseffekt verstärkt, hatte sich Daimler lange geweigert, R1234yf zu verwenden. Aus Sicht des Autobauers bestand die Gefahr, dass im Falle einer Entzündung, etwa bei einem Unfall, giftige Gase entstehen. Extra deshalb war das Inertisierungssystem entwickelt worden. Bei aktuellen Fahrzeugen ist es nach Angaben des Sprechers aufgrund einer völlig anderen Architektur nicht mehr notwendig.

Der Sonderweg des Herstellers hatte am Ende zur Folge, dass Daimler rund 130.000 Fahrzeuge in die Werkstätten bitten musste, um die Kühlmittel zu tauschen. Das verwendete Kühlmittel sei damals illegal eingefüllt worden, lautete Ende 2018 die Auffassung des Kraftfahrt-Bundesamts.

Software-Update für 2,6 Millionen Fahrzeuge

Ein weitaus größerer Rückruf betrifft rund 2,6 Millionen Autos quer durch die Modellpalette, wie aus einer Mitteilung der chinesischen Behörden vom Freitag hervorgeht. Daimler bestätigte den Rückruf wegen eines möglichen Problems mit dem automatischen Notrufsystem, ohne Zahlen zu nennen.

Der Fehler könnte den Angaben zufolge dazu führen, dass das System bei einem Unfall eine falsche Position des Fahrzeugs meldet. Ein Update der Software des Notrufsystems soll Abhilfe schaffen. In den USA hat Daimler wegen des möglichen Fehlers schon Mitte Februar knapp 1,3 Millionen Fahrzeuge zurückgerufen.

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