125 Jahre Auto: Als die Klassiker entstanden

Autor / Redakteur: SP-X / Andreas Grimm, Andreas Grimm

In den 1930er Jahren entwickelte sich das Automobildesign zu einer Kunstform. Die Sportwagen und Coupés dieser Jahre sind heute der Inbegriff eines Oldtimers. Eine Bestandsaufnahme.

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Die Automodelle der dreißiger Jahre sind heute der Inbegriff des Oldtimers.
Die Automodelle der dreißiger Jahre sind heute der Inbegriff des Oldtimers.
( Archiv: Vogel Business Media )

Diskussionen mit Autodesignern über die verschiedenen Epochen und Entwicklungsschritte gipfeln nicht selten in einer Aussage: Die schönsten Modelle sind in den dreißiger und sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts entstanden. Ein Blick in die Verkaufskataloge jener Jahre bestätigt dieses Gefühl: In den „Dreißigern“ führten Ästhetik und technische Weiterentwicklung zu einer nicht selten mitreißenden Gesamtgestaltung des Fahrzeugs - heute empfinden Menschen diese Schöpfungen durchaus als „Kunst auf Rädern“.

Sportwagen und Coupés aus den Jahren 1930 bis 1939 profitierten von dem ab Mitte der 20er Jahre spürbaren Trend zum leistungsfähigen Wagen mit niedrigem Schwerpunkt, langer Motorhaube und voluminöseren Reifen. Vorreiter dieser Entwicklung waren beispielsweise der Mercedes S (26/120/180) aus dem Jahre 1927 oder der Bentley Speed Six von 1929.

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Mercedes prägt „Sindelfinger Karosserie“

Mercedes-Benz schuf mit dem 540 K einen der bedeutendsten Klassiker dieser Epoche. Entstanden 1936 aus der seit 1934 erhältlichen Baureihe 500 K, mobilisierte der Achtzylinder-Reihenmotor bei eingeschaltetem Kompressor aus 5,4 Litern Hubraum 132 kW/180 PS. 319 Exemplare entstanden als Roadster oder in Cabriolet-Ausführung. Hermann Ahrens, seit 1932 Leiter der Stilistik-Abteilung, etabliert die als „Sindelfinger Karosserie“ bekannte Designrichtung. Besonders der Spezial-Roadster mit seinen schwungvollen Kotflügel-Formen wurde zum Inbegriff des luxuriösen Kompressor-Sportwagens seiner Zeit.

Ein Rivale, der es auch in Sachen Imagefaktor mit dem schwäbischen 540 K aufnehmen konnte, war der Horch 853, das Spitzenprodukt der Auto Union. Rennfahrer Bernd Rosemeyer fuhr eine von dem Berliner Karossier Erdmann & Rossi geschaffene Coupé-Variante, die als „Manuela“ bekannt wurde. Der Fünfliter-Achtzylinder leistete 88 kW/120 PS. Im Horch-Werk Zwickau entstanden zwischen 1935 und 1940 1.023 Sportcabriolets, Coupés und Fahrgestelle des Typs 853.

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