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125 Jahre Auto: Die großen Jahre von Mercedes

Autor / Redakteur: sp-x / Andreas Wehner

Jede Automobilmarke hat ihre starken Jahre. Bei Mercedes-Benz sticht die Epoche von 1954 bis 1972 besonders heraus – die Modell-Höhepunkte reihten sich vom 300 SL-Flügeltürer bis zum 300 SEL 6.3.

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Die legendäre Nachkriegs-Epoche von Mercedes-Benz beginnt eigentlich schon 1952 mit den bedeutenden Erfolgen des 300 SL in seiner Rennversion: Siege bei der Carrera Panamericana (Karl Kling) und in Le Mans (Hermann Lang) trugen viel zum neuen Mythos bei. Dieser Ruf wurde zwei Jahre später endgültig etabliert, als die Dreizack-Marke bei der International Motor Sports Show im Februar 1954 in New York die Serienversion des 300 SL präsentierte.

Waren die Flügeltüren das äußerlich spektakulärste Merkmal eines der aus heutiger Sicht schönsten Sportwagens aller Epochen, so bedeutete er seinerzeit auch einen Riesensprung in der Serientechnik für Hochleistungsfahrzeuge. Der filigrane Gitterrohrrahmen kam modifiziert ebenfalls in den Grand Prix-Rennwagen (W 196) der Weltmeister-Jahre 1954/55 zum Einsatz. Die Benzin-Direkteinspritzung für den Dreiliter-Reihensechszylindermotor des 300 SL basierte auf den Erfahrungen, die der spätere Mercedes-Technikvorstand Hans Scherenberg zuvor bei der Firma Gutbrod sammelte.

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Der 300 SL-Motor, aus Platzgründen um 45 Grad geneigt eingebaut, war mit 158 kW/215 PS stark genug, um je nach Achsübersetzung Geschwindigkeiten bis zu 260 km/h zu realisieren. Die ästhetisch perfekt geschnittene Karosserie war ein Werk des schwäbischen Ingenieurs und Designers Friedrich Geiger, der bis 1970 für alle herausragenden Mercedes-Modelle verantwortlich zeichnete.

1961, zum Jubiläum „75 Jahre Motorisierung des Verkehrs“, gab es einen erneuten Höhepunkt: das 220 SEb Coupé und Cabriolet. Aufbauend auf den Erfahrungen mit der „Heckflossen“-Limousine (W 111) gelang den Mitarbeitern in der Abteilung Stilistik im Werk Sindelfingen ein formschöner sportlicher Reisewagen, dessen Linienführung in wesentlichen Bereichen auch für die S-Klasse von 1965 Pate stand. Rahmenlose Seitenscheiben, eine mit charakteristischem und elegantem Schwung aufwartende C-Säule sowie der 1969 vollzogene Schritt zu einer flacheren Front trugen dazu bei, dass diese Fahrzeuge optisch kaum alterten.

Höhepunkt der S-Klasse-Baureihe war der 300 SEL 6.3

Das gilt ebenfalls für die S-Klasse ab 1965 (W 108/109), die sich im Heckbereich dezenter gab als der Vorgänger und im Modell 300 SEL 6.3 von 1968 ihren Höhepunkt fand. Die mit den vertikalen Doppelscheinwerfern aus dem ursprünglich nur für die US-Versionen vorgesehenen Entwurf aufwartende Power-Limousine verfügte über den 6,3 Liter-Achtzylindermotor aus dem Repräsentations-Mercedes 600 (W 100). 6.526 Exemplare des 220 km/h schnellen „6.3“, der in nur 6,5 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 sprintete, verließen das Werk im Zeitraum Dezember 1967 bis September 1972.

Auf Seite 2: Design-Revolution beim SL

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