19 Verbände warnen vor „erdbebengleichen Folgen“ des Brexit

Starke Vernetzung macht Branche störanfällig

| Autor: Andreas Grimm

In einer gemeinsamen Stellungnahme argumentieren 19 Branchenverbände aus Europa gegen den Brexit und warnen vor den Folgen.
In einer gemeinsamen Stellungnahme argumentieren 19 Branchenverbände aus Europa gegen den Brexit und warnen vor den Folgen. (Bild: #unitedforeurope / Ed Everett / CC BY 2.0)

Die europäische Automobilbranche treibt die Sorge vor dem Brexit um. Angesichts der scheinbar unaufhaltsamen Entwicklung hin zu einem No-Deal-Brexit haben verschiedene Verbände in einer gemeinsamen Erklärung nun unmissverständlich vor einem ungeregelten EU-Austritt Großbritanniens gewarnt, der gravierende Folgen haben werde.

Der uneingeschränkte Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU werde zu einer „erdbebengleichen Verschiebung der Handelsbedingungen“ führen, da Zölle in Milliardenhöhe die Warenauswahl der Verbraucher sowie die Bezahlbarkeit der Waren auf beiden Seiten des Kanals zu beeinträchtigen drohen.

Das Ende des barrierefreien Handels werde die Just-in-Time-Zulieferung in die Fabriken stören und somit die Kosten in die Höhe treiben. Allein eine Produktionsunterbrechung von nur einer Minute in Großbritannien koste die Branche 54.700 Euro. Der Austausch von Pkw und Lieferwagen zwischen der EU und Großbritannien werde sich um 5,7 Milliarden Euro verteuern, rechnen die Verbände vor. Diese Rechnung werde letztlich von den Verbrauchern beglichen.

Christian Peugeot, Präsident des französischen Verbands CCFA, verdeutlichte, dass der Brexit nicht allein ein britisches Problem sei. Vielmehr sei die gesamte europäische Automobilindustrie in Sorge. VDA-Präsident Bernhard Mattes bekräftigte die Forderung, dass alles getan werden müsse, um die Freiheit des Warenverkehrs und die Freizügigkeit der Arbeitnehmer zwischen Großbritannien und die EU zu erhalten.

Die Vertreter der beiden europäischen Verbände Acea und Clepa wiesen auf die starke Vernetzung und Integration der europäischen Automobilproduktion hin. Sie betreibe rund 230 Produktionsstätten auf beiden Seiten des Ärmelkanals. Zudem bestehe ein Auto aus rund 30.000 Teilen, von denen viele grenzüberschreitend produziert und vertrieben würden. Deshalb seien ein reibungsloser und zollfreier Handel sowie Rechtssicherheit von entscheidender Bedeutung.

Unterzeichnet haben den Aufruf, der am Montag veröffentlicht wurde, insgesamt 19 Verbände der Branche. Darunter sind 17 nationale Automobilverbände sowie die beiden europäischen Verbände Acea (Herstellerverband) und Clepa (Teilehersteller).

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