19.995 Euro: Einstiegspreis des VW Golf steigt um über 2.000 Euro

Autor / Redakteur: sp-x/cs / Christoph Seyerlein

Mehr Ausstattung und höherer Preis: Das Einstiegsmodell des VW Golf 8 ist nun konfigurierbar. In Wolfsburg wird man hoffen, dass der Schritt dem Bestseller Schwung verleiht. Denn bislang tut sich die neue Golf-Generation äußerst schwer.

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Der VW Golf 8 ist nun auch in seiner Einstiegsversion konfigurierbar.
Der VW Golf 8 ist nun auch in seiner Einstiegsversion konfigurierbar.
(Bild: Screenshot VW Konfigurator)

Vom neuen Golf 8 hat VW bisher viel über die Annehmlichkeiten und Innovationen verraten, welche sich vor allem in den bislang im Konfigurator angebotenen, höherwertigen Versionen wiederfinden. Jetzt ist erstmals auch die Basisversion konfigurierbar und damit der Einstiegspreis offiziell: Ab 19.995 Euro ist der Kompakt-König zu haben.

Im Vergleich zu früheren Basisvarianten hat sich die Generation 8 damit verteuert. Als der Golf 7 2012 auf den Markt kam, startete er bei 16.975 Euro. Das Facelift (2017) kostete dann mindestens 17.850 Euro. Somit müssen Kunden für die aktuelle Generation schon beim Einsteigermodell mehr als 2.000 Euro draufpacken. Allerdings bietet die neue Grundvariante im Gegenzug etwas mehr Leistung und eine in vielen Details attraktivere Ausstattung.

VW Golf 8: Der Beginn von „New Volkswagen“
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Basisantrieb ist nun ein 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 66 kW/90 PS, 175 Newtonmeter Drehmoment und Start-Stopp-System. In Kombination mit dem serienmäßigen Fünfgang-Schaltgetriebe dauert der Sprint aus dem Stand rund 12 Sekunden, maximal sind 188 km/h möglich. Den Verbrauch geben die Wolfsburger mit 5,3 Liter im realitätsnahen WLTP-Messzyklus an.

Eine dreitürige Version bietet VW für den Golf 8 nicht mehr an. Künftig fährt also auch die Basis mit den in früheren Zeiten aufpreispflichtigen Fondtüren vor. Außerdem gibt es eine geteilt umlegbare Rückbanklehne, Klimaautomatik, USB-Buchsen, elektrische Außenspiegel, elektronische Parkbremse, ein Audiosystem, ein Digital-Cockpit mit Farbdisplay, Motorstartknopf und ein Multifunktionslenkrad. Zudem sind LED-Scheinwerfer mit Lichtautomatik und LED-Tagfahrlicht, LED-Rückleuchten und ein Spurhalteassistent, Kollisionsverhinderer und eine SOS-Notruffunktion mit an Bord.

Golf 8 noch nicht in der Spur

Optisch kommt der Basis-Golf etwas nüchtern daher. Die Außenfarbe heißt Uranograu, jeder andere Farbton, selbst Uni-Weiß, kostet extra. Außerdem steht das Auto auf 15-Zoll-Stahlfelgen.

In Wolfsburg wird man hoffen, dass mit dem Start der Basisvariante der neue Golf Schwung aufnehmen kann. Denn bislang erlebt die achte Generation des Bestsellers einen holprigen Start. Zu Beginn konnte der Hersteller dem Handel kaum Fahrzeuge zur Verfügung stellen. Zudem häufte sich – auch intern – die Kritik, der Vorstand habe mit dem Fahrzeug zu viel gewollt. Eine verfrühte Markteinführung sei auf eine nicht ausgereifte Fahrzeugsoftware gestoßen, so die Einwände. Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann hatte sich in der Folge beim Handel für die Unannehmlichkeiten entschuldigt.

Auch beim Absatz hat der Golf 8 bisher schwer zu kämpfen. Die Corona-Pandemie verstärkt jenes Dilemma aktuell, doch bereits zuvor waren die Verkaufszahlen des Autos vergleichsweise schwach. Im ersten Quartal 2020 setzte Volkswagen vom Golf in Deutschland beispielsweise 35.878 Einheiten ab. Im gleichen Zeitraum 2019 waren es trotz des damals bereits alternden Golf 7 noch 50.895 Neuzulassungen und damit fast ein Drittel (29,5 %) mehr gewesen.

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