20. Sachs Franken Classic: Zum Jubiläum ein Abschied

Sponsor ZF zieht sich nach 20 Jahren zurück

| Autor: Andreas Grimm

Mit diesem Opel Diplomat aus dem Jahr 1976 auf Tour: »kfz-betrieb« nahm an der Sachs Franken Classic 2019 teil.
Mit diesem Opel Diplomat aus dem Jahr 1976 auf Tour: »kfz-betrieb« nahm an der Sachs Franken Classic 2019 teil. (Bild: Grimm/»kfz-betrieb«)

Der Automobilzulieferer und Aftermarket-Partner ZF zieht sich nach 20-jähriger Partnerschaft mit der Oldtimer-Rallye „Sachs Franken Classic“ aus dem Sponsoring zurück. Mit dem Ausstieg verschwindet auch der Namensbestandteil „Sachs“. Das traditionsreiche Unternehmens aus dem fränkischen Schweinfurt, seinerseits Autoteilehersteller, war wesentlich daran beteiligt, dass die Rallye im Jahr 2000 erstmals ausgerichtet wurde. Nach der Übernahme durch ZF und sogar nach der kompletten Verschmelzung mit der ZF Friedrichshafen AG blieb der Weltkonzern Sponsor.

Letztlich ist die Entscheidung auszusteigen eine Folge des Wandels in der Automobilbranche. Denn seit 2016 wird der ZF-Standort Schweinfurt im Konzern zum Zentrum für Elektromobilität ausgebaut. Die dort beheimateten ehemaligen Sachs-Werke befassen sich inhaltlich also inzwischen mit dem genauen Gegenteil des Oldtimer-Business: mit der Mobilität der Zukunft statt mit emissionsintensiven Verbrennungsmotoren. „Das Sponsoring der Oldtimerrallye war mit der Unternehmensbotschaft nicht mehr in Einklang zu bringen“, bringt Michael Lautenschlager, Leiter Communications E-Mobility von ZF, die Entscheidung auf den Punkt.

Sachs Franken Classic 2019: Querschnitt der Automobil-Geschichte

Leicht gemacht habe man sich den Ausstieg gleichwohl nicht. Nicht umsonst waren immer wieder hochrangige Vertreter von ZF/Sachs selbst im Oldtimer dabei, wenn sich im Kurort Bad Kissingen, nur 20 Kilometer vom ZF-Sachs-Standort entfernt, die Startflagge senkte. Unter anderem wurde der spätere ZF-Vorstandschef Stefan Sommer am Steuer gesichtet, der selbst einige Jahre als im Vorstand der ZF Sachs AG in Schweinfurt aktiv war.

Ungeachtet der Veränderungen gingen am Pfingstwochenende rund 170 Oldtimer an den Start der Rallye. Darunter waren nach Angaben von Chef-Organisator Karlheinz Schott so viele Vorkriegsfahrzeuge wie noch nie. Etwa 40 Autos aus dieser Zeit sollten an den Start gehen, das älteste angemeldete Fahrzeug war ein Fiat 509 aus dem Jahr 1927, der aus knapp einem Liter Hubraum 40 PS entwickelt und damit maximal 80 km/h schnell ist. Daneben gingen Vorkriegsmodell von Riley, Bugatti, Maserati, Mercedes und BMW ins Rennen. Auch »kfz-betrieb« war wieder am Start, in diesem Jahr mit einem grünen Opel Diplomat B aus dem Jahr 1976.

Newsletter Classic Business Das Geschäft mit Old- und Youngtimern boomt, das zeigen die Ideen, Angebote und Aktionen spezialisierter Kfz-Betriebe. Auf der anderen Seite kommen neue Produkte und Dienstleistungen auf den Markt.
Bleiben Sie für ihr Geschäft mit dem alten Blech auf dem Laufenden und abonnieren Sie den kostenlosen Newsletter Classic Business.

Stammgast der Sachs Franken Classic war in den letzten Jahren der bundesweit bekannte Kabarettist Urban Priol, der sich auch die Jubiläums-Rallye nicht entgehen ließ. Am Abschlussabend mit der Prämierung der Sieger in verschiedenen Kategorien enterte er die Bühne und unterhielt seine Mitfahrer mit einem halbstündigen Auftritt. Neben Auszügen aus seinem aktuellen Tour-Programm nahm er kleine Pannen und Besonderheiten der Rallye auf die Schippe.

Übrigens wird im Jahr 2020 wieder ein Oldtimer-Tross durch Franken rollen. Im kommenden Jahr, wieder an Pfingsten, versammeln sich die Teilnehmer allerdings unter dem Logo der „Depro Franken Classic“. Depro ist ein Veranstaltungsdienstleister, der am Start- und Zielort der Rallye, in Bad Kissingen, schon länger aktiv ist.

Oldtimerkongress Classic Business

Wer in absehbarer Zeit an einer Oldtimerausfahrt teilnehmen will, sollte den Oldtimerkongress von »kfz-betrieb« und »Fahrzeug + Karosserie« in Betracht ziehen. Die Veranstaltung mit Beteiligung der Verbände ZDK und ZKF thematisiert am 28. und 29. Juni Fragen des Fachkräftenachwuchses ebenso wie Rechtsthemen (zur Kongress-Webseite). Die Veranstaltung beginnt am Freitagmittag mit einer Oldtimerausfahrt.

Oldtimerkongress: Wer repariert künftig altes Blech?

Oldtimerkongress: Wer repariert künftig altes Blech?

03.06.19 - Am 28./29. Juni findet wieder der Oldtimerkongress „Classic Business“ statt. Der Kongress bringt Autohäuser, Werkstätten und Sachverständige in Sachen Restaurierung, Bewertung und Unfallschadenabwicklung auf den neuesten Stand. lesen

Kommentare werden geladen....

Ihr Kommentar zum Thema

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45962028 / Classic Business)

Plus-Fachartikel

Cyberversicherungen: „Vollkasko für IT-Systeme“

Cyberversicherungen: „Vollkasko für IT-Systeme“

Hanno Pingsmann, Geschäftsführer der auf Cyberattacken spezialisierten Versicherungsplattform Cyber Direkt, informiert über die typischen Einfallstore und was Autohäusern droht, wenn sie sich nicht absichern. lesen

DMS: „Der Motor im Autohaus“

DMS: „Der Motor im Autohaus“

Ralf Koke, Geschäftsführer von Loco-Soft, und Wolfgang Börsch, Firmengründer des Lindlarer Softwareanbieters, schildern, warum einem modernen Dealer-Management-System im Zeitalter der Digitalisierung eine tragende Rolle zukommt. lesen