2010: Keine Schwarzmalerei

Ein angespanntes Jahr steht bevor

08.06.2010 | Autor: Stephan Richter

Der Vorausblick für 2010 von »kfz-betrieb« zeichnet das Jahr zwar nicht in den buntesten Farben, verzichtet aber auf Schwarzmalerei.
Der Vorausblick für 2010 von »kfz-betrieb« zeichnet das Jahr zwar nicht in den buntesten Farben, verzichtet aber auf Schwarzmalerei.

Berlin gilt als Keimzelle für Kultur, Mode und Musik; für neue Ideen, die jedes Mal wieder einen Ruck durch Deutschland gehen lassen. Da ist es kaum verwunderlich, dass 2009 auch der wichtigste Impuls für die Automobilbranche aus Berlin kam: Die Bundesregierung gab den Startschuss für die Umweltprämie. Die vorhergesagte „dramatische Lage“ entpuppte sich als Ausnahmejahr, in dessen Verlauf über 3,8 Millionen Neufahrzeuge aus den Ausstellungsräumen zum Kunden rollten. Auf der anderen Seite war es auch das Jahr der Insolvenzen – zahlreiche Autohausgruppen oder kleine Händler mussten aufgrund der weltweiten Finanzkrise ihr Geschäft schließen.

Wie schon in den Vorjahren hat »kfz-betrieb« Verbände, nationale und internationale Hersteller sowie Branchenkenner nach ihren Prognosen für das kommende Jahr befragt. Diese taten sich schwer, konkrete Aussagen zu treffen. „Nach dem Rekordwert von 3,8 Millionen muss jede Prognose zunächst einmal relativiert werden“, sagt Robert Rademacher, Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Und Matthias Wissmann vom Verband der Automobilindustrie (VDA) reicht ein Jahr erst gar nicht aus: „Wir müssen die Jahre 2009 und 2010 zusammen betrachten, um ein umfassendes Bild des Automobilmarktes zu erhalten“, sagte er anlässlich der VDA-Jahrespressekonferenz im Dezember 2009.

Relativieren ist laut Rademacher das Stichwort – er erwartet für die Zukunft einen jährlichen Neuwagenabsatz von drei Millionen Einheiten. (siehe auch „Im Gespräch“ auf den Seiten 14 und 15). Da sei es besonders wichtig, dass die Vertragswerkstätten die Umweltprämie nachhaltig dazu nutzten, um ihre Servicebereiche auszulasten, und die Teilezulieferer, um ihre Produktion anzukurbeln, sagt Volker Lange, Präsident des Verbands internationaler Kraftfahrzeughersteller (VDIK). „Der Handel hat die große Chance, im Servicebereich eine dauerhafte Kundenbindung aufzubauen“, lautet seine Meinung.

Positiver Bewusstseinswandel

Dieser Optimismus scheint sich durch die gesamte Branche zu ziehen. Wissmann bringt es auf den Punkt: „Genauso wenig, wie wir 2009 zu strahlend darstellen sollten, dürfen wir 2010 zu düster malen.“

Stefan Bratzel, Professor an der Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) in Bergisch Gladbach, sieht das Positive an der Situation: Der Handel habe verstanden, dass es Zeit werde, sich strategisch neu auszurichten. Ob die Unternehmen dabei auf Größe setzten, sich nur auf den Service konzentrierten oder in ihrer Nische produktiver arbeiteten, spiele keine Rolle.

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