Hyundai Deutschland „2021 wird ein gutes Jahr werden“

Autor: Andreas Wehner

Die Verkäufe des koreanischen Fabrikats in Deutschland sind 2020 ähnlich stark gesunken wie der Gesamtmarkt. Auch aufgrund der im Vergleich zu den Vorjahren gleichbleibenden Händlerrendite ist Deutschland-Geschäftsführer Jürgen Keller zufrieden. Nun will Hyundai nachlegen.

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Der Ioniq 5 soll 2021 ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Hyundai werden.
Der Ioniq 5 soll 2021 ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Hyundai werden.
(Bild: Hyundai)

Die deutschen Hyundai-Partner haben 2020 trotz der Corona-Krise eine ähnliche Rendite erzielt wie in den Jahren zuvor. Der Durchschnittswert lag im vergangenen Jahr bei etwa zwei Prozent, wie Jürgen Keller, Geschäftsführer von Hyundai Motor Deutschland, am Donnerstag bei einem Online-Pressegespräch mitteilte. Die Neuzulassungen des koreanischen Fabrikats waren mit 105.000 Einheiten um 18,9 zurückgegangen. Das entsprach in etwa dem Minus des deutschen Pkw-Markts insgesamt.

Trotz des aktuell durch den Lockdown eingeschränkten Verkaufs ist Keller zuversichtlich für das laufende Jahr. Hyundai wolle sich 2021 besser entwickeln als der Gesamtmarkt und somit den Marktanteil steigern. 2020 lag er bei 3,6 Prozent.

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„Dass die Schauräume so lange geschlossen bleiben müssen, tut weh“, sagte Keller. Vor allem sei Hyundai als Marke mit einem hohen Privatkundenanteil besonders stark von den Maßnahmen betroffen. Dennoch glaube er, dass viele der zunächst aufgeschobenen Verkäufe wieder aufgeholt werden könnten. „2021 wird ein gutes Jahr werden“, sagte Keller.

Seine Zuversicht speist sich vor allem aus der Produktpalette. Nachdem Hyundai 2020 den größten Teil der Modelle erneuert oder überarbeitet hatte, stehen in diesem Jahr zwei komplett neue Fahrzeuge auf dem Programm. Neben dem Bayon, der künftig die SUV-Palette der Koreaner im B-Segment ergänzt, setzt Hyundai besonders große Hoffnung in den ab Anfang des Sommers verfügbaren Ioniq 5.

Ioniq 5: In 18 Minuten auf 80 Prozent geladen

Das Fahrzeug ist das erste Modell der neuen Elektro-Submarke des Autobauers. Es basiert auf der Elektroauto-Plattform E-GMP, die dank 800-Volt-Technik ein besonders schnelles Aufladen ermöglicht. Das bieten bislang mit dem Porsche Taycan, dem Audi E-Tron GT und einigen Nischenfahrzeugen nur Modelle, die deutlich teurer sind. Hyundai verspricht, das Auto im besten Fall in 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden zu können.

Mit dem Ioniq 5 will die Marke neue Kunden erreichen. Im Fokus hat Hyundai vor allem mehr Männer mit einem höheren Haushaltseinkommen, höherem Bildungsabschluss als bisher. Der Ioniq 5 soll zudem auch bei Firmenkunden punkten. Daneben sollen zwei neue Plug-in-Hybrid-Fahrzeuge das Flottengeschäft ankurbeln. Künftig wird es die beiden SUVs Tucson und Santa Fe auch mit Stecker geben.

Anteil alternativer Antriebe soll steigen

Insgesamt spielen die alternativen Antriebe bei Hyundais geplantem Wachstumskurs eine große Rolle. 2020 verkauften die Koreaner in Deutschland knapp 16.000 batterieelektrische Fahrzeuge und zusätzlich etwa genauso viele Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Autos. Das entspricht etwa 30 Prozent der gesamten Hyundai-Verkäufe. Im laufenden Jahr soll dieser Anteil laut Keller mindestens gleich bleiben, im Idealfall sogar noch steigen. Konkrete Zahlen nannte er nicht.

„Die Zahl der Menschen, die sich für alternative Antriebe interessieren, wird immer größer“, sagte Keller. Dementsprechend ist Keller sich sicher, dass die Elektromobilität auch nach dem Ende staatlicher Fördermaßnahmen weiter auf dem Vormarsch sein wird. Auch, weil die Autos dann insgesamt günstiger sein dürften.

Europaweit strebt Hyundai 2021 die Position als Volumenhersteller mit dem höchsten Anteil an Verkäufen von emissionsfreien Fahrzeugen an. Und in den kommenden Jahren sollen die Verkäufe alternativ angetriebener Fahrzeuge deutlich steigen. Weltweit wollen die Koreaner bis 2025 jährlich 560.000 emissionsfreie Autos ausliefern.

Dazu sollen in den nächsten vier Jahren mindestens zwölf batterieelektrische Autos auf den Markt kommen. Neben dem Ioniq 5 hat Hyundai für 2022 die Sportlimousine Ioniq 6 und für 2024 das SUV Ioniq 7 angekündigt.

Neue Sportversionen in der Pipeline

Doch auch in Sachen Sportwagen gibt Hyundai weiter Gas. Zusätzlich zu den erfolgreichen N-Varianten des i30 und des i30 Fastback bringt Hyundai im Frühjahr mit dem i20 N einen B-Segment-Sportler auf den Markt. Später folgt zudem mit dem Kona N eine Sportvariante des SUV-Bestsellers.

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 Andreas Wehner

Andreas Wehner

Redakteur im Ressort Newsdesk bei »kfz-betrieb«