Porsche 40 Jahre Doppelkupplungsgetriebe

Von Steffen Dominsky

Nach einem langen entwicklungstechnischen Vorlauf erblickte das erste Porsche-Doppelkupplungsgetriebe, kurz PDK, im Jahr 1981 das Licht der Welt. In Serie schaffte es das etwas andere Automatikgetriebe allerdings erst viele Jahre später.

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Vor 40 Jahren debütierte das Porsche-Doppelkupplungsgetriebe in einem Porsche 956. Fünf Jahre später feierte es in einem 962 mit Hans-Joachim Stuck und Derek Bell seinen ersten Sieg bei einem Renneinsatz.
Vor 40 Jahren debütierte das Porsche-Doppelkupplungsgetriebe in einem Porsche 956. Fünf Jahre später feierte es in einem 962 mit Hans-Joachim Stuck und Derek Bell seinen ersten Sieg bei einem Renneinsatz.
(Bild: Porsche AG)

Bis zur (Rennwagen)-Serienreife hat es lang gedauert: Vor 40 Jahren präsentierte Porsche sein Doppelkupplungsgetriebe, genannt PDK. Ein Getriebekonzept, das die Vorteile eines Handschaltgetriebes besitzt und die Nachteile einer klassischen Vollautomatik vermeidet. Die Suche nach einem solchen hatte jedoch schon lange zuvor begonnen. Bis in die Zeit vor den Zweiten Weltkrieg zurück reichen die ersten Versuche, einen entsprechend automatisierten Schaltvorgang mittels mechanischer Komponenten zu bewerkstelligen. Doch erst die Technologie einer leistungsfähigen Elektronik ermöglichte es den Ingenieuren in den Siebzigern, schnelle und präzise Schaltvorgänge darzustellen.

„Manchmal braucht Technologie viel Zeit zum Reifen. Porsche war seiner Zeit wie ein Pionier 20 bis 30 Jahre voraus“, sagt Rainer Wüst, der ab 1971 erst als Getriebe-Versuchsingenieur und später bis zum Jahr 2009 als Leiter Fahrwerkentwicklung im Entwicklungszentrum in Weissach arbeitete. Bereits 1964 tüftelten Konstrukteure und Ingenieure bei Porsche an einem lastschaltbaren Doppelkupplungsgetriebe, dessen mechanische Steuerung über Kurvenscheiben erfolgte. Die ganze Geschichte, von den ersten Versuchen bis zum ersten erfolgreichen Einsatz des PDK erzählt dieser Beitrag.

Serieneinsatz ließ lange auf sich warten

Entwickelt hatte der Stuttgarter Sportwagenbauer sein Direktschaltgetriebe aber nicht etwa für komfortorientierte Verbraucher, sondern für den Rennsport. „Die Hände beim Gangwechsel unter Volllast am Lenkrad lassen zu können, hat sich von Beginn an sehr gut angefühlt“, blickt Hans-Joachim Stuck zurück. Der bekannte Rennfahrer war maßgeblich an der Weiterentwicklung des PDK beteiligt. „Ohne Zugkraftunterbrechung konnten wir deutlich schneller schalten und fahren.“ Schon vor Jahrzehnten galt der Motorsport als Entwicklungslabor für Technologien, die später Serienreife erlangten. „Der Technologietransfer war auch für mich als Werksfahrer spannend. Da ich schon damals, im Gegensatz zu meinen Kollegen Jacky Ickx, Derek Bell und Jochen Mass, nur zwei Stunden von Weissach entfernt lebte, konnte ich häufig vor Ort sein und wichtige Erprobungskilometer zurücklegen“, sagt Stuck, der 1986 zusammen mit Derek Bell mit einem 962 C PDK beim 360-Kilometer-Rennen von Monza den ersten Sieg mit einem Doppelkupplungsgetriebe einfuhr. Am Ende konnten beide gemeinsam auch die Weltmeisterschaft 1986 für sich entscheiden.

Ende der Achtzigerjahre setzten die Porsche-Verantwortlichen den Versuch aus, das PDK in die Serienfertigung zu überführen. Porsche kämpfte zu dieser Zeit ums Überleben – es gab Dringenderes zu tun. So konzentrierte man sich stattdessen auf die manuell bedienbare Wandler-Automatik namens Tiptronic, die erstmals im November 1989 angeboten wurde. Erst 2008 konnten Porsche-Kunden ein PDK-Getriebe in einem Serienfahrzeug erwerben. Ein Jahr später hielt das PDK als Variante für die Standard-Antriebsarchitektur Einzug im Panamera. Mittlerweile hat das PDK beim Porsche 911 einen Marktanteil von über 90 Prozent.

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