Maserati

50 Jahre Bora

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Der Bora vereinte Komfort und Leistung und bot eine Höchstgeschwindigkeit von über 280 km/h (Werksangabe). Das agile Ansprechverhaltens des Motors und der leise Innenraum sorgten zudem für Fahrfreude. Bis 1978 entstanden in der wirtschaftlich schwierigen Zeit gerade einmal 564 Exemplare des Bora sowie ein ganz besonderes Exemplar: der spektakuläre Boomerang. Er war ein Coupé-Prototyp von Giugiaro mit futuristischer Technik und extrem keilförmiger Karosserie, der als Vorlage für den Bora diente.

Schnell, steil und selten

Ein Grund für den bescheidenen Verkaufserfolg war die Ölkrise ab 1973, die für stark gestiegene Kraftstoffpreise sorgte. Vor diesem Hintergrund war ein Durchschnittsverbrauch des Bora von bis zu 25 Litern auf 100 Kilometer eine echte Ansage. Zudem erschwerte die Tatsache, dass der Bora lange Zeit nicht die US-amerikanischen Zulassungsbestimmungen hinsichtlich Außengeräusch, Abgase und Sicherheit (Stoßstangen) erfüllte, höhere Produktionszahlen.

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Und last but not least trennte sich Citroën, der damalige Eigentümer von Maserati, von dem Sportwagenbauer, was diesen in Bedrängnis brachte. So musste er „auf die Schnelle“ unter anderem neue Vertriebswege organisieren. Das führte dazu, dass die Produktionszahlen von 56 im Jahr 1975 auf lediglich 6 im darauffolgenden Jahr einbrachen. Unter der neuen Leitung von Alejandro de Tomaso wurde das Modell technisch überarbeitet, ehe es 1978 ohne direkten Nachfolger auslief.

27 Jahre nach dem Debüt des Bora debütierte wieder ein Bora. Der war allerdings – wie die meisten wissen dürften – kein Sportkeil aus Italien, sondern eine „Rucksack“-Variante aus Wolfsburg, namentlich des Golf 4. Dass VW seine Mittelklasselimousine ebenfalls Bora nannte, ist verständlich. Auch der Großkonzern hatte seine Modelle seit den Siebzigern entweder nach Sportarten (Polo, Golf, Derby) oder nach Winden benannt (Passat, Scirocco).

Dass die Wolfsburger ihr Modell genauso wie Maserati nennen konnten, liegt vermutlich in der Tatsache begründet, dass die Italiener den Namen sich nicht haben schützen lassen. Und als Maserati 1993 an Fiat ging, interessierte eine Namensgleichheit fünf Jahre später vermutlich auch niemanden mehr.

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Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group