Zeitreise

70 Jahre japanische Jeeps: Gelände-Urgesteine für die Welt

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Günstiger als die deutsche Konkurrenz

Auch den zivilen deutschen Geländewagenmarkt erschlossen die 4x4-Samuari von Toyota, Nissan und Mitsubishi, Unterstützung leisteten Mini-Wühlmäuse von Daihatsu und Suzuki. Die erste Lieferung mit Toyota Land Cruiser J4 traf 1976 in Bremerhaven ein, zeitgleich stellten Nissan-Händler den Patrol Serie 60 vor. Sieben Jahre später gab es einen Nissan Patrol Made in Europe, denn die 1980 als Hardtop und Station Wagon vorgestellte neue Serie 160 wurde nun in Spanien produziert.

Deutlich preiswerter als Mercedes G-Klasse oder Land Rover fand der Nissan Patrol auch bei deutschen Behörden und Bundeswehr Verbreitung. Der Mitsubishi Pajero gewann dagegen vor allem bei Privatkunden Popularität, die ihn in der deutschen 4x4-Zulassungsstatistik über Jahre auf Platz eins verankerten. Weltweit sind es bis heute sogar über 3,5 Millionen Geländewagenfans, die auf den Vorwärtsdrang dieses Mitsubishi vertrauen, der den globalen SUV-Hype beschleunigte, bis er genau von diesen Soft-Offroadern ausgebremst wurde. 2020 kündigte der Hersteller das Ende der Pajero-Produktion an.

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Nissan Patrol seit 2010 nicht mehr in Deutschland erhältlich

Auch die Karriere des Nissan Patrol erlebte einen Knick, nicht zuletzt durch hausinterne Konkurrenten wie X-Trail, Murano und Pathfinder. Seit 2010 ist der in sieben Generationen aufgelegte Patrol deshalb nicht mehr in Deutschland erhältlich, aber auf Märkten wie dem Mittleren Osten genießt er weiterhin Kultstatus, neuerdings sogar mit Nismo-Sportanzug.

Mehr Anpassungsfähigkeit zeigte der Toyota Land Cruiser. War der 25 Jahre lang gebaute J4 vor allem Nutzfahrzeug oder bis zu 13-sitziges Buschtaxi, gab es den nachfolgenden J7 als Light Duty-Version mit Komfort-Fahrwerk für Privatkunden, während die fast unzerstörbar robusten Heavy Duty weiter überall dort arbeiten, wo sonst fast keiner hinkommt. Etwa bei extremen Untertageeinsätzen in Minen, um humanitäre Hilfe in Krisengebiete zu bringen, oder um einen Höhen-Weltrekord am 6.385 Meter messenden chilenischen Ojos del Salado aufzustellen, oder aber um in der Antarktis unbekanntes Terrain zu erkunden. Verrückte Rekordfahrten steigerten ebenfalls den Mythos dieses meistverkauften Offroadklassikers: 370 km/h, dieses Tempo war 2017 Weltrekord für Geländewagen und SUV, erzielt durch einen 1.471 kW/2.000 PS starken Land Speed Cruiser von Toyota Motorsports USA.

Die Aufteilung zwischen Light- und Heavy-Duty-Land-Cruiser war ein weiterer Schlüssel zum Bestwert von inzwischen 10,5 Millionen verkauften Einheiten dieser Geländegänger. Ab 1996 gab es den Land Cruiser J9, im Jahr 2002 folgte der Toyota J12 und 2009 der bis heute aktuelle J15. Längst gelten Land Cruiser und Nissan Patrol als japanische Ikonen, die 2021 neue Superlative aufstellen: 70 Jahre, so lange werden keine anderen Nissan oder Toyota Modellreihen gebaut.

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