70 Jahre Peugeot 203: Hollywood-Glamour gegen die Nachkriegstristesse

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Chronik Peugeot 203

  • 1942: Entwicklungsbeginn für den Peugeot 203 als erstes Modell der Nachkriegszeit und als Nachfolger für die Typen 402 und 202 in der Steuerklasse 7CV mit einer Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h und einem Verbrauch von maximal sechs Litern
  • 1944: Ende des Jahres wird der ursprünglich angedachte Frontantrieb für den kommenden 203 als zu kostspielig verworfen
  • 1946: Nach Aufräumarbeiten im zerstörten Stammwerk Sochaux beginnt die Peugeot-Nachkriegsproduktion mit dem Vorkriegs-Modell 202, von dem im ersten Jahr beachtliche 14.000 Einheiten gebaut werden
  • 1947: Im August wird die Presse über den Serienstart eines neuen Mittelklasse-Peugeot informiert. Der Peugeot 203 soll oberhalb des vorläufig weiter produzierten 202 positioniert werden und letztlich auch den eingestellten 402 ersetzen
  • 1948: Auf dem Pariser Automobilsalon feiert der Peugeot 203 im Oktober seine Weltpremiere
  • 1949: Die Tagesproduktion für den 203 erreicht 100 Einheiten, die Lieferzeiten betragen in Frankreich 18 Monate. Materialmangel führt dazu, dass die Basisversion des 203 ohne Chromteile wie Stoßstangen und Radkappen ausgeliefert wird. Im Oktober lanciert Peugeot-Haustuner Darl’Mat eine leistungsstärkere Variante des 203
  • 1950: Neu im Programm ist der Peugeot 203 U6 Kombi Break. Im Juli folgt der 203-Kombi Familiale mit sechs Sitzen. Ab Sommer bei allen 203 Entfall der Zierelemente auf den vorderen Kotflügeln sowie neue Stoßstangenhörner neben dem vorderen Kennzeichen. Zum Einsatz bei den französischen Streitkräften bestimmt ist der Geländewagen Peugeot 203 VPS, der vom Layout dem amerikanischen Jeep nachempfunden ist, aber Motor und Technik vom Modell 203 nutzt. Am 26. Dezember startet ein 203 Kombi Commerciale erfolgreich zur 15.021 Kilometer langen Rallye Paris-Kap der Guten Hoffnung
  • 1951: Premiere für das zweisitzige Peugeot 203 Cabriolet im Oktober. Die beiden Karossiers Worblaufen und Letourneur & Marchand entwickeln viersitzige Versionen des Cabriolets. Mit 57 Zulassungen in der Bundesrepublik Deutschland belegt der Peugeot 203 Platz 7 in den Importcharts. Inklusive Saargebiet erzielt Peugeot aber 597 Zulassungen. Der Peugeot 203 startet 1951 und 1952 bei der Rallye Monte Carlo
  • 1952: Im September startet die Produktion des zweisitzigen Peugeot 203 U4 Lieferwagens, einen Monat später geht das 203 Coupé in Serie
  • 1953: Für den Motorsporteinsatz wird das durch Kompressor auf 90 PS starke und 162 km/h schnelle Coupé Peugeot 203 Constantin gebaut. Dagegen setzt das nur 600 Kilogramm schwere 203 Nardi Coupé auf Vorteile durch konsequenten Leichtbau. Walter Hagen übernimmt den Deutschland-Import des 203 außerhalb des Saarlandes, bekommt aber nicht mehr als 100 Fahrzeuge pro Jahr zugeteilt, weil die französische Politik die Belieferung des Inlandsmarktes, der Kolonien und der USA (Dollar) bevorzugt wissen wollte. Im Saarland, das durch eine Wirtschafts- und Währungsunion eng mit Frankreich verbunden ist, ist die Kochte & Rech GmbH für den Vertrieb von Peugeot zuständig. 918 Peugeot 203 werden in Deutschland insgesamt inklusive Saargebiet zugelassen. In Australien beginnt eine Montagefertigung des Peugeot 203
  • 1954: Im April läuft die Fertigung des Peugeot 203 Coupé nach insgesamt 953 Einheiten aus. Im Herbst präsentiert Karossier Darl’Mat ein Coupé in Pontonform, das in Kleinserie geht und 135 km/h schnell ist
  • 1955: Neuer Spitzentyp im 203-Portfolio ist ab Januar das 203 Cabriolet Luxus. Die Saarregierung verfügt über 13 Peugeot 203, Ministerpräsident Johannes Hoffmann präferiert jedoch Citroën 15CV. Erstmals werden im Saarland über 1.000 Peugeot 203 neu zugelassen nach 500 bis 750 Einheiten in den drei vorausgegangenen Jahren. Darunter sind allerdings viele sogenannte „Werkswagen“, die zuvor in Sochaux von Peugeot-Werksangehörigen erworben wurden. Auf dem Pariser Automobilsalon debütiert der Peugeot 403, der technisch auf dem 203 basierte, aber als erster Peugeot mit einer modischen Pontonkarosserie aufwartet und im Interieur eine halbe Klasse größer wirkt als der 203. Bei der Marathon-Rallye Lüttich-Rom-Lüttich geht der Peugeot 203 Constantin an den Start, u.a. mit Pilot Willy Mairesse
  • 1956: Dreiviertel der Peugeot-Produktion entfallen auf den neuen Typ 403, allerdings halten auf dem Heimatmarkt viele Kunden am 203 fest. Im Juni endet die Produktion des 203 Cabriolets nach insgesamt 2.567 Einheiten zugunsten des 403 Cabriolets. Blinker statt Winker beim 203
  • 1958: Entfall des Löwen-Logos auf der Motorhaube aus Gründen der passiven Sicherheit
  • 1959: Der zweimillionste Peugeot seit Fertigungsbeginn im Jahr 1889 läuft vom Band. Erstes Modell mit einer Stückzahl von über einer Million Einheiten wird später der Peugeot 403
  • 1960: Achtungserfolg für Jean Rolland auf einem 203 Spéciale bei der Rallye Monte Carlo. Am 25. Februar Produktionseinstellung des Peugeot 203 nach 685.828 Einheiten. Im Mai wird der 203 in den offiziellen Preislisten gestrichen
  • 2018: Der Peugeot 203 feiert sein Jubiläum in aller Stille. Mehr als 1.000 automobile Haupt- und Nebenrollen in Kinofilmen sowie das Engagement der Club- und Fanszene bewahren die Erinnerung an das Modell

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