70 Jahre Porsche 356: Supersportler mit Schweizer Hintergrund

Erstes Serienmodell 1950

| Autor: sp-x

Chronik Porsche 356

  • 1938: Am 25. Juni wird Stuttgart-Zuffenhausen Sitz von Porsche, dort entsteht später das Porsche-Werk 1.
  • 1939: Erste Pläne für einen Vierzylinder-Sportwagen unter der Marke Porsche entwickelt Ferry Porsche schon vor dem Zweiten Weltkrieg. Umgesetzt werden sie in dem Porsche Typ 64 bzw. 60K10, der bei einem geplanten Berlin-Rom-Rennen starten soll und als Urahn der späteren Sportwagen gilt.
  • 1944: Die Luftangriffe auf Stuttgart führen zum Umzug des Konstruktionsbüros, das mit militärischen Aufträgen ausgelastet ist, nach Gmünd in Kärnten.
  • 1945: Das Porsche-Werk in Gmünd erhält bereits am 8. August von der alliierten Militärregierung eine Betriebserlaubnis zur Entwicklung ziviler Geräte wie Traktoren und Motorfahrzeugen.
  • 1946: Porsche-Konstrukteur Erwin Komenda entwirft für den Schweizer Kunden Rupprecht von Senger einen viersitzigen Pkw, der im Design dem späteren Porsche 356 bereits ähnelt.
  • 1947: Am 11. Juni startet bei Porsche in Gmünd/Österreich das Projekt Porsche 356 „VW-Sportwagen“ mit luftgekühltem Vierzylinder-Boxermotor.
  • 1948: Im März unternimmt Ferry Porsche die erste Probefahrt mit dem 356, Nummer 1. Am 11. Juli erzielt Porsche-Mitarbeiter Herbert Kaes mit der Nummer 1 einen Klassensieg bei einem Straßenrennen in Innsbruck. Als Geburtstag des Serien-Porsche 356 gilt der 8. Juni, denn an jenem Tag erteilt die Kärntner Landesregierung eine Zulassungsgenehmigung. Da Porsche Geld benötigt, um weitere Fahrzeuge bauen zu können, verkauft Porsche den Prototyp noch am Tag der Zulassung für 7.000 Schweizer Franken an den Schweizer Unternehmer Rupprecht von Senger. Der Unternehmer nimmt auch die nächsten Porsche ab, um sie in der Schweiz zu verkaufen. Mit dem Autohändler Bernhard Blank bereitet er die spätere Zusammenarbeit von Porsche mit der Schweizer AMAG vor. In Serie geht der Porsche 356 mit Heckmotor statt des ursprünglichen Mittelmotorkonzeptes. Die ersten 53 Wagen mit Aluminiumkarosserie werden in Handarbeit in Gmünd gebaut, dann wechselt Porsche 1950 zurück nach Stuttgart-Zuffenhausen. Die ersten Porsche 356 erhalten den leistungsgesteigerten Vierzylinder-Boxermotor des Volkswagen Käfers. Auch der Designer von Käfer und Porsche 356 ist identisch: Erwin Komenda. Im September erreicht Ferry Porsche in Verhandlungen mit VW-Generaldirektor Heinrich Nordhoff, dass VW fortan eine Lizenzgebühr von fünf Mark pro Käfer zahlt, der Vertrieb von Porsche-Modellen übers VW-Vertriebsnetz erfolgen kann und die Porsche-Ingenieure dafür den VW-Entwicklern Beratungsleistungen gewähren.
  • 1949: Mit dem Stuttgarter Karosseriewerk Reutter kommt es zu einer Kooperation über die Produktion von Porsche-Sportwagen. Das erste Cabriolet vom Typ 356, versehen mit einem Aufbau des Schweizer Karosseriebauers Beutler, wird im Februar fertig gestellt. Zusammen mit einem 356 Coupé präsentiert Porsche die Sportwagen auf dem Genfer Salon.
  • 1950: Im März beginnt in Zuffenhausen die Fertigung des Porsche 356, der zu Preisen ab 10.200 Mark angeboten wird. Erster offizieller deutscher Porsche-Händler ist der Frankfurter Walter Glöckler. Auf dem Pariser Automobilsalon kommt es im Oktober zur Kooperation zwischen Ferdinand Porsche und dem nordamerikanischen Sportwagenimporteur Maximilian E. Hoffman. Vermittelt wurde die Begegnung durch den Schweizer Journalisten Max Troesch.
  • 1951: Unternehmensgründer Ferdinand Porsche stirbt am 30. Januar. Im März wird der 500ste Porsche 356 ausgeliefert. Mit dem Klassensieg eines Porsche 356 bei den 24 Stunden von Le Mans macht Porsche international auf sich aufmerksam.
  • 1952: In einer Auflage von 15 Einheiten entsteht der America Roadster für die USA mit Alukarosserie von Gläser.
  • 1953: Am 1. Oktober feiert der Porsche 550 auf dem Pariser Salon Weltpremiere, der mit der Zusatzbezeichnung Spyder später bei Motorsporteinsätzen brilliert.
  • 1954: Das Porsche-Logo wird auf den Motorhauben der Autos angebracht. Im September werden die ersten 356 Speedster für den US-Markt ausgeliefert.
  • 1955: Filmstar und Hobby-Rennfahrer James Dean erwirbt nach einem Speedster einen 550 Spyder, mit dem er tödlich verunglückt. Im Oktober erfolgt der Serienanlauf des überarbeiteten Porsche 356 A mit 1,6-Liter-Motor in den Karosserieformen Coupé, Cabriolet und Speedster und den Sportversionen 1500 GS bzw. Carrera.
  • 1956: Der Porsche 550 A Spyder siegt bei der Targa Florio gegen leistungsmäßig überlegene sechs- und achtzylindrige Konkurrenten. Zeitgleich mit dem 25-jährigen Firmenjubiläum (das Porsche-Konstruktionsbüro wurde 1931 gegründet) wird der 10.000ste Porsche 356 ausgeliefert.
  • 1957: Neu sind Porsche 356 A Hardtop Cabriolet und 356 A Hardtop Speedster.
  • 1958: Porsche 356 A Cabriolet D ersetzt den 356 A Speedster. Neu ist außerdem der 356 Convertible D und der 356 Hardtop mit festem, nicht abnehmbarem Dach. Richard von Frankenberg, Rennfahrer und Chefredakteur des „Christophorus“, ist Besitzer des 356 „Nr.1“ Roadster und tauscht diesen gegen einen 356 Speedster ein. Seither verfügt Porsche über das erste jemals gebaute Fahrzeug der Sportwagenmarke.
  • 1959: Nach insgesamt 21.045 Porsche 356 A wird der Porsche 356 B als Coupé, Cabriolet/Hardtop und Roadster lanciert. Insgesamt 6.450 Sportwagen werden in diesem Jahr ausgeliefert.
  • 1960: Neu ist der Porsche 356 Hardtop von Karmann mit nicht abnehmbaren Dach.
  • 1961: Porsche startet in der Formel 1 mit dem Vierzylindertyp 718/2 Monoposto und Werksfahrer Dan Gurney. Modellpflege für den Porsche 356 B (T 6).
  • 1962: Der 50.000. Porsche, ein offener 356 B, wird am 3. April ausgeliefert.
  • 1963: Mitte des Jahres löst der 356 C das B-Modell ab. Scheibenbremsen serienmäßig, optional gibt es ein Sperrdifferential, die Motorenauswahl wird auf drei Aggregate reduziert und als Karosserieversionen verbleiben Coupé und Cabriolet. Weltpremiere des Porsche 901 mit neuem 130-PS-Sechszylinder-Boxermotor auf der Frankfurter IAA. Porsche übernimmt das Karosseriewerk Reutter.
  • 1964: Am 15. Juni beschließt die Porsche-Geschäftsführung das noch 901 genannte Sechszylinder-Spitzenmodell durch eine Vierzylinder-Version unter der Typenbezeichnung 902 nach unten zu ergänzen.
  • 1965: Im April Präsentation des Typs 912. Gleichzeitig Einstellung des 356 mit 90 PS-Vierzylinder. Preise ab 16.250 Mark, während der Porsche 911 mindestens 21.900 Mark kostet.
  • 1966: Am 26. Mai läuft eine letzte Sonderserie von zehn Porsche 356 C Cabriolets für die niederländische Reichspolizei vom Band. Die eigentliche Produktion des Porsche 356 war bereits im Vorjahr eingestellt worden. Insgesamt wurden 77.766 Exemplare in Stuttgart gebaut.
  • 2018: Mit einem Neujahrsempfang beginnt das Jubiläumsjahr für Porsche. Das Porsche Museum feiert 70 Jahre Porsche ab dem 9. Juni mit einer Sonderausstellung. Der erste jemals gebaute Porsche ist im Rahmen einer Welttour bei verschiedenen Events zu Gast und geht bei historischen Rennen wie etwa dem Goodwood Festival of Speed oder der Porsche Rennsport Reunion an den Start.

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