90 Jahre Daimler

Wie der Dreizackstern in den Lorbeerkranz kam

| Autor: Slawa Schaub

Bereits im Februar 1925 angemeldet: das neue Markenlogo von Mercedes-Benz, bestehend aus dem Mercedes-Stern von Daimler und dem Lorbeerkranz von Benz.
Bereits im Februar 1925 angemeldet: das neue Markenlogo von Mercedes-Benz, bestehend aus dem Mercedes-Stern von Daimler und dem Lorbeerkranz von Benz. (Bild: Daimler)

Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs herrschen schwierige wirtschaftliche Bedingungen in Deutschland. Diese machen auch vor den „zwei ältesten und größten Automobilwerken Deutschlands“ nicht halt, der Daimler-Motoren-Gesellschaft sowie Benz & Cie. Am 28. Juni 1926 unterzeichnen beide schließlich einen Vertrag zur Verschmelzung ihrer Unternehmen. Als Ergebnis folgen eine vereinheitlichte Modellpalette sowie gemeinsame Entwicklung, Konstruktion, Herstellung und Vertrieb. Die Hauptverwaltung der neuen Daimler-Benz AG befindet sich von Beginn an in Stuttgart-Untertürkheim mit Werken in Mannheim, Gaggenau, Berlin-Marienfelde, Sindelfingen und Untertürkheim selbst.

Die Fusion basierte auf einer zwei Jahre zuvor geschlossenen Interessengemeinschaft, aus der 1925 bereits eine gemeinsame Vertriebsgesellschaft hervorging. Damals schon stellten beide Unternehmen zusammen fast 6.000 Einheiten pro Jahr her, beschäftigten über 15.000 Menschen und erzielten rund 104 Millionen Reichsmark Umsatz.

Ihre Wurzeln haben beide Firmen im Jahr 1886. Damals erfanden Carl Benz und Gottfried Daimler unabhängig voneinander das Automobil. Die folgenden drei Jahrzehnte waren sie wirtschaftliche Konkurrenten mit zwei unterschiedlichen Marken, die sie klar voneinander trennten.

Der Stern geht auf

Sinnbildlich für die Fusion entstand das neue Markenlogo von Mercedes-Benz: Es verbindet den Mercedes-Dreizackstern von Daimler mit dem Lorbeerkranz von Benz. Beide Markenzeichen stammen ursprünglich aus dem Jahr 1909 und wurden bis 1926 stetig weiterentwickelt.

Bereits kurz nach der Verschmelzung bewährte sich die neu entstandene Unternehmensstruktur, vor allem in der Weltwirtschaftskrise Ende der Zwanzigerjahre. Einen großen Teil dazu steuerte die neu ausgerichtete Modellpolitik bei – als Ergebnis entstanden Modelle wie der Mercedes-Benz 170 (W15) aus dem Jahr 1931. Die Fusion von 1926 bewahrte beide Unternehmen vor einem möglichen wirtschaftlichen Untergang und schuf die Grundlage für das heutige Unternehmen Daimler.

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