Ab 2017 ist jeder Volvo im Internet bestellbar

Autor / Redakteur: Julia Mauritz / Julia Mauritz

Volvo-Vizepräsident Alain Visser will den Onlinevertrieb in spätestens zwei Jahren global auf alle Modellreihen ausweiten. Der Handel soll dabei aktiv eingebunden werden.

Umfragen von Volvo haben ergeben, dass rund fünf Prozent der Käufer ihr Neufahrzeug online bestellen würden.
Umfragen von Volvo haben ergeben, dass rund fünf Prozent der Käufer ihr Neufahrzeug online bestellen würden.
(Foto: Volvo)

Nach dem erfolgreichen Testballon mit der limitierten First Edition seines neuen Flaggschiffs XC90 will Volvo-Vizepräsident Alain Visser den Onlinevertrieb bis 2017 global auf alle Modellreihen ausweiten. Die 1.927 Einheiten der gut 90.000 Euro teuren First Edition des Volvo XC90, die die Kunden rund zehn Monate vor der Markteinführung ausschließlich im Internet bestellen konnten, waren innerhalb von 47 Stunden ausverkauft.

Jetzt geht der schwedische Hersteller den zweiten Schritt in Sachen Onlinevertrieb: „Wir werden ab 2016 ausgewählte Neuwagen über das Internet anbieten“, schildert Alain Visser. Als Beispiel nennt er die Performance-Modelle von Polestar. Den Tuning- und Motorsportspezialisten hatte Volvo im vergangenen Juli zu 100 Prozent übernommen.

Den Onlinevertrieb sieht der Volvo-Vizepräsident nicht als parallelen Vertriebskanal zum klassischen Handelsgeschäft. Dieses bleibe davon unangetastet. Was sich ändere, sei die Art, wie die Kunden zu den Händlern kommen. „Wir sehen den E-Commerce als zusätzliche Möglichkeit, um die Kunden in die Autohäuser zu bringen. Es ist für die Kunden nur möglich, den reinen Bestellvorgang der Neuwagen online abzuschließen. Die Auslieferung und die Betreuung der Kunden obliegen weiterhin unseren Handelspartnern, mit denen wir das Projekt gemeinsam angehen“, unterstreicht Alain Visser.

Verhandlungen mit dem Händlerverband laufen

Um einen Preisvergleich zwischen dem Internet und dem Handel zu verhindern, will Volvo die Fahrzeuge im Netz mit speziellen Zusatzpaketen koppeln, beispielsweise mit Anschlussgarantien. „Auf diese Weise schaffen wir einmalige Angebote, die es so nur im Internet gibt“, so Visser. Was das mögliche Absatzvolumen über den neuen Digitalkanal angeht, verweist der Volvo-Manager auf verschiedene Umfragen, die von einem E-Commerce-Anteil von rund 5 Prozent ausgehen.

Über die genaue Ausgestaltung des E-Commerce-Projekts verhandelt der schwedische Mutterkonzern aktuell mit dem europäischen Händlerverband. Auch der Kölner Importeur ist mit dem deutschen Händlerverband bereits in Gespräch. Eine der zentralen Fragen ist, welches Margenmodell für E-Commerce zugrunde gelegt wird. Was die Ausgestaltung des E-Commerce-Projektes in Deutschland angeht, verweist der deutsche Vertreter im europäischen Volvo-Händlerverband Ralf Markötter auf den deutschen Händlervertrag. Das Regelwerk, das seit rund einem Jahr in Kraft ist, enthalte einen Passus, in dem die Einbeziehung der Händler in den E-Commerce geregelt sei. „Wir haben einen Vertrag, der die beiderseitige Grundlage für unser Geschäft darstellt und sehen keine Veranlassung, hier etwas zu ändern“, bemerkt Ralf Markötter.

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