Abbiegeassistenten zum Nachrüsten für Daimler Trucks und Setra

Verschiedene Systeme für alle Modell- und Altersklassen

| Autor: Holger Schweitzer

Den aktuellen Actros gibt es serienmäßig optional mit Spiegelersatzsystem und Abbiegeassistent.
Den aktuellen Actros gibt es serienmäßig optional mit Spiegelersatzsystem und Abbiegeassistent. (Bild: Daimler AG)

Ein klassisches und häufig verheerendes Unfallszenario bei Lkws und Bussen ist das Rechtsabbiegen: Fahrer übersehen bei diesem Manöver immer wieder andere Verkehrsteilnehmer wie Fahrradfahrer und Fußgänger, die sich im toten Winkel des Fahrzeugs befinden. Der Druck, schwere Nutzfahrzeuge mit entsprechenden Assistenzsystemen auszustatten, ist deshalb seit Längerem hoch. Ab 2022 sind daher Abbiegeassistenten für Lkws in der EU für neue Fahrzeugtypen und zwei Jahre später für alle bereits existierenden Baumuster verpflichtend vorgeschrieben. Für neu zugelassene Lang-Lkws ist der Abbiegeassistent in Deutschland bereits ab Juli dieses Jahres Pflicht.

Daimler Trucks hat 2016 ein Abbiegeassistenzsystem auf den Markt gebracht, mit dem Lkws bereits ab Werk ausgestattet werden können. Ein Plus an Sicherheit, das laut dem Hersteller die Hälfte aller Kunden bei der Fahrzeugbestellung wählt. Seit 2017 gibt es das System auch für zahlreiche Omnibusmodelle von Mercedes und Setra ab Werk. Inzwischen können nach Unternehmensangaben zudem nahezu alle Lkws und Busse der Marken Mercedes-Benz und Setra nachträglich mit einem entsprechenden System ausgerüstet werden.

Mercedes-Benz rüstet auf Wunsch bei Lkws und Setra-Bussen den Abbiegeassistenten nach.
Mercedes-Benz rüstet auf Wunsch bei Lkws und Setra-Bussen den Abbiegeassistenten nach. (Bild: Daimler)

Vollintegrierte Nachrüstung für zahlreiche Modelle

Damit die Lkws, die nicht ab Werk mit einem Abbiegeassistenten ausgestattet sind, sicherer werden, bietet Mercedes seit Ende 2019 ein entsprechendes Nachrüstkonzept an. Laut Hersteller handelt es sich um einen vollintegrierten Abbiegeassistenten, der dem Serienprodukt ebenbürtig sein soll. Das System sei für viele gängige Modelle, wie Actros, Arocs, Antos und Econic ab dem Baujahr 2017 geeignet, so die Stuttgarter.

Herzstück des Systems sind zwei Nahbereichsradarsensoren, die am Rahmen auf der Beifahrerseite vor der Hinterachse des Lkws montiert werden. Sie decken dem Hersteller zufolge eine komplette Fahrspur von 3,75 Metern Breite über die gesamte Länge eines Lastzugs von 18,75 Metern ab plus zwei Meter nach vorn und bis zu einem Meter nach hinten.

In der Kabine warnt der Abbiegeassistent den Fahrer mehrstufig optisch über eine dreieckige LED in der A-Säule beziehungsweise ein dreieckiges Warnsymbol im Display des Monitors bei Lkws mit Spiegelersatzsystem auf der Beifahrerseite. Zudem warnt das System akustisch vor beweglichen oder stehenden Objekten auf der Beifahrerseite. Der Abbiegeassistent berechnet weiterhin die Schleppkurve von Trailer oder Anhänger und warnt den Fahrer vor einer möglichen Kollision mit stationären Hindernissen wie Ampeln oder Laternen.

Zusätzliche „Basic“-Variante

Für Lkws, die nicht mit dem vollintegrierten System ausgestattet werden können, wie etwa bestimmte Modelle der Actros-, Antos- und Arocs-Baureihen sowie Mercedes-Benz- und Setra-Busse, hat das Unternehmen eine sogenannte „Basic“-Variante im Angebot. Bei diesem Assistenzsystem überwacht ein einzelner Nahbereichsradarsensor auf der Beifahrerseite eine seitliche Zone von bis zu drei Metern Breite und zwölf Metern Länge. Befindet sich ein bewegliches oder stationäres Objekt im Erkennungsbereich des Sensors, warnt das System den Fahrer sowohl optisch über eine LED-Leuchte als auch akustisch. Damit der Warnton ertönt, muss jedoch der Blinker gesetzt sein.

Wenn für ein Fahrzeug das Nachrüsten eines Abbiegeassistenten nicht möglich sein sollte, beispielsweise bei älteren Fahrzeugen oder aus bautechnischen Gründen, hat das Unternehmen ein kamerabasiertes Assistenzsystem im Programm. Es kann laut Daimler in allen Mercedes-Lkws nachgerüstet werden kann. Auf einem 7-Zoll-Display behält der Fahrer das Fahrzeugumfeld im Blick, um Kollisionen beim Abbiegen und Rangieren zu vermeiden.

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