Tarifverhandlungen Abbruch der Gespräche in Berlin nicht nachvollziehbar

Autor: Doris Pfaff

Wie bereits in Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen sind auch die Tarifverhandlungen zwischen der IG Metall und der Tarifgemeinschaft für das Kfz-Gewerbe in Berlin, Brandenburg und Sachsen in der ersten Runde gescheitert.

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Die ersten Gespräche im Rahmen der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im Kfz-Gewerbe sind auch für Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt ergebnislos verlaufen.
Die ersten Gespräche im Rahmen der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im Kfz-Gewerbe sind auch für Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt ergebnislos verlaufen.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Die IG Metall habe das Angebot der Arbeitgeber „aus nicht nachvollziehbaren Gründen“ abgelehnt, teilte die Tarifgemeinschaft Berlin, Brandenburg und Sachsen mit. „In den bisherigen Gesprächen bestand Einigkeit, dass sich die deutsche Wirtschaft in der größten Krise der Nachkriegszeit befindet und das Kfz-Gewerbe derzeit mit dem schwersten wirtschaftlichen Einbruch seiner Geschichte zu kämpfen hat“, so die Tarifgemeinschaft.

Das Kfz-Gewerbe verzeichnete bei den Neuwagenzulassungen 2020 ein Minus von rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und der Jahresstart 2021 stellte mit einem Rückgang des Neuwagenverkaufs im Januar um 60 Prozent und im Februar um 58 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat nochmals einen neuen Negativrekord auf.

„Trotz dieser Einbußen war es für die Kfz-Betriebe der Tarifgemeinschaft im Verlauf mehrere Lockdowns 2020 und 2021 selbstverständlich, das Kurzarbeitergeld auf 90 Prozent anzuheben, trotz Schließung der Verkaufsräume von insgesamt mehr als sechs Monaten eine Entgelterhöhung zum 1. Juli 2020 in Höhe von bis zu 3,6 Prozent zu zahlen und Arbeitsplätze langfristig zu sichern“, so die Tarifgemeinschaft.

Das Angebot der Arbeitgeber für die Beschäftigten in Berlin, Brandenburg und Sachsen sieht für 2021 eine Einmalzahlung in Höhe von 300 Euro und für 2022 eine Entgelterhöhung um ein Prozent vor. Damit liege das Angebot höher als beispielsweise das der Arbeitgeber für das Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg, Hessen und Hamburg, betonte die Tarifgemeinschaft.

Die IG Metall fordert dagegen vier Prozent mehr Gehalt für zwölf Monate und eine überproportionale Erhöhung der Ausbildungsvergütungen. Seit dieser Woche laufen bereits erste Warnstreiks im Kfz-Gewerbe.

Die Tarifgemeinschaft Mitteldeutsches Kraftfahrzeuggewerbe vertritt die Interessen von rund 50 Mitgliedsbetrieben mit mehr als 5.000 Mitarbeitern.

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Redakteurin bei »kfz-betrieb«, Ressort Verbände & Politik