Abgasuntersuchung: Abgask(r)ampf

Autor: Steffen Dominsky

Seit Jahrzehnten ist sie integraler Servicebestandteil jeder Kfz-Werkstatt. Doch die Front derer, die die AU selbst durchführen, bröckelt. Einigen Betriebsinhabern erscheint sie zu teuer, zu bürokratisch. Kurz: Sie haben keinen Bock mehr auf die AU. Nicht-rechnen-Können und Bequemlichkeit waren allerdings noch nie zielführende Qualifikationen im automobilen Service.

(Bild: © georgerudy - stock.adobe.com)

Ein großer Deutscher sagte einmal folgenden Satz: „Es wird kämpfen für die Sache des Feinds, wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat!“ Die weisen und wahren Worte eines gewissen Berthold Brecht haben alle Zeit Gültigkeit und passen für vieles – auch für das Serviceangebot des deutschen Kfz-Gewerbes. Seit 34 Jahren gehört die A(S)U zum Standardrepertoire einer jeden Werkstatt zwischen Flensburg und Garmisch. Doch die Zahl derer, die sich anerkannter AU-Betrieb nennen dürfen bzw. wollen, schrumpft.

Immer mehr Werkstattinhaber und Serviceverantwortliche in Autohausgruppen haben keine Lust mehr auf die eigene AU. Argumente finden sie in letzter Zeit reichlich. Gestiegene Ansprüche an die Messtechnik – Stichwort Kalibrierung, Genauigkeitsklassen und Partikelmessung – sowie gestiegener administrativer Aufwand – Stichwort Kalibrierung/Eichung und akkreditiertes Verfahren – sind prima Begründungen fürs Schlechtreden der Eigen-AU. Zudem ist das Abgeben kinderleicht: „Die macht der Prüfer doch gleich mit!“ lautet ein bekannter Satz, landauf, landab. Da ist sie wieder, die Bequemlichkeit.

Über den Autor

 Steffen Dominsky

Steffen Dominsky

Redakteur »kfz-betrieb«, "Fahrzeug + Karosserie", stellv. Ressortleiter Service & Technik »kfz-betrieb«, Vogel Communications Group