Abgasuntersuchung: Den richtigen Riecher?

Die AU steht vor entscheidenden Veränderungen bzw. steckt bereits mitten drin. Vor dem Hintergrund des Dieselskandals nimmt der Gesetzgeber endlich schon lange notwendige Kurskorrekturen vor. Was Werkstätten in Sachen Abgaskontrolle wissen sollten.

| Autor: Steffen Dominsky

Seit vielen Jahren hinkt der Diesel dem technisch Machbaren bzw. Notwendigen im Rahmen der AU hinterher. 2021 soll die Partikelmessung kommen. Derweil fordert ein Abmahnverein auch die Messung von Stickoxiden bei der Abgasuntersuchung.
Seit vielen Jahren hinkt der Diesel dem technisch Machbaren bzw. Notwendigen im Rahmen der AU hinterher. 2021 soll die Partikelmessung kommen. Derweil fordert ein Abmahnverein auch die Messung von Stickoxiden bei der Abgasuntersuchung. (Bild: dpa)

Ein jeder kennt ihn, den vielsagenden Spruch „Immer der Nase nach“. Geboren wurde dieser in mittelalterlicher Zeit. Man sollte ihn Händlern und Gauklern mit auf den Weg geben, wenn man diese zur nächstgelegenen Burg und dem dazugehörigen Markt schickte. Da eine städtische Kanalisation seinerzeit nicht einmal in Ansätzen existierte – man kippte menschliche wie tierische Fäkalien einfach in den Burggraben –, fand man den Weg zur nächsten Festung auch ohne Navi, lediglich mithilfe des eigenen Riechorgans.

Über rund ein Jahrhundert hinweg erkannte man auch ihn spielend leicht an seinem Geruch: den Dieselmotor. „Ein Diesel stinkt“, könnte man vereinfacht und in landläufiger Ausdrucksweise die Situation umschreiben. Vereinfacht bzw. einfach war über viele Jahre hinweg auch die Prüfmethode im Rahmen der AU beim Selbstzünder – und ist sie noch bis heute. Seit 1993 prüfen wir Dieselfahrzeuge aus dem 21. Jahrhundert mithilfe von Opazimetertechnik aus den Siebzigern. Nicht nur Ökoaktivisten und Abmahnvereine beklagen zu Recht, dass sowohl die verwendeten Geräte als auch das, was im Zuge der AU gemessen wird, beileibe nicht mehr dem Stand der Technik entspricht und dem ausreichenden Schutz von Mensch und Umwelt gerecht wird.

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